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Politik MV

13. Dezember 2017 | 10:12 Uhr

Die Helfer

vom

svz.de von
erstellt am 10.Apr.2011 | 06:22 Uhr

Nach der Massenkarambolage sind Landwirte unverzüglich den Rettungskräften zu Hilfe geeilt. Wir sprachen mit Klaus Paar, Betriebsleiter im angrenzenden Gut Dum merstorf, über den Einsatz.

Wie sind Sie auf den Unfall aufmerksam geworden?

Paar: Ich hatte davon gerade im Radio gehört, da rief auch schon die Polizei und später auch das Amt Bad Doberan bei uns an und hat die Lage geschildert. Verbunden mit der Frage, ob wir helfen können. Ich habe unverzüglich zugesagt und habe zwei Güllewagen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10 000 Litern losgeschickt.

Um mit dem Ausbringen der Gülle sozusagen den Acker zu befeuchten, und dadurch das weitere Umherwirbeln des Flugsandes zumindest etwas einzudämmen?

Ja, es war einen Versuch wert. Wenngleich, es war ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Es waren ja riesige Mengen unterwegs, auch von ziemlich weit her. Was da auf die Autobahn geflogen ist, stammt nicht allein vom angrenzenden Acker. Der Sand war da mitunter schon über Kilometer unterwegs. Wir waren zwar mit Güllewagen im Einsatz, aber wir haben ausschließlich Wasser ausgebracht. Schon allein wegen der Geruchsbelästigung.

Und hat es letztlich was gebracht?

Ich denke schon, zumal uns zwei weitere Landwirtschaftsbetriebe unterstützt haben. Darunter auch das Lohnunternehmen Blunk aus Lalendorf, das für die Landwirtschaftsgesellschaft Prisannewitz tatsächlich gerade mit dem Gülleausbringen beauftragt war. Auch die haben dann mit ihren beiden großen Tanks kurzfristig auf Wasser umgestellt und beim Bewässern geholfen.

EXTRA: Seelsorger - Auf die Helfer kommt einiges zu

Die rund 300 Rettungskräfte beim Massencrash werden sich nach Einschätzung von Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer noch lange mit dem Unfall beschäftigen müssen: „Da kommt noch einiges auf sie zu.“ Er betreute in einem Team mit Seelsorgern und anderen Spezialisten außer den Helfern auch Unfallopfer und deren Angehörige. Viel geistige Arbeit müssten vor allem jene investieren, die zuerst am Unfallort waren. „Das muss ja ein Inferno gewesen sein.“ Jeder reagiere traumatisiert auf so ein Ereignis, jeder auf seine Art. Die Möglichkeiten eines Seelsorgers seien in solchen Momenten allerdings sehr begrenzt. „Da kannst Du eigentlich gar nichts machen.“ Er könne nur da sein und die Menschen aufmerksam begleiten. Zuerst müssten alle ihr Pensum abarbeiten. Deren Arbeit sei aus seinem Blickwinkel heraus sehr gut gelaufen. In Erinnerung bleibe auch die Reaktion der Angehörigen, als sie vom Tod oder Leiden eines nahen Verwandten erfuhren. „Jeder hofft bis zum letzten Augenblick und denkt an ein Wunder.“

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