Mecklenburg-Vorpommern : Die Ernährer zeigen jetzt Flagge

Gummibärchen sind nur eines von vielen Produkten der Ernährungsbranche in  MV.
Foto:
1 von 1
Gummibärchen sind nur eines von vielen Produkten der Ernährungsbranche in MV.

Mecklenburgs stärkste Branche, die Ernährungsindustrie, hat sich in dieser Woche zum ersten Mal in Berlin der Bundespolitik präsentiert und auch mit viel Selbstbewusstsein Forderungen gestellt.

svz.de von
06. Dezember 2013, 13:35 Uhr

Mecklenburgs stärkste Branche, die Ernährungsindustrie, hat sich in dieser Woche zum ersten Mal in Berlin der Bundespolitik präsentiert und auch mit viel Selbstbewusstsein Forderungen gestellt. Und das nicht allein, sondern gemeinsam als norddeutsche Ernährungswirtschaft mit Akteuren aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Parlamentarischer Abend nannte sich die Aktion, die es so noch nie gegeben hat und die von der Schweriner Industrie- und Handelskammer ganz wesentlich mit initiiert und seit Monaten vorbereitet wurde. Auch wenn sich der angestrebte Zustrom der Bundestagsmitglieder mit fünf noch sehr in Grenzen hielt (fünf weitere Abgeordnete hatten Mitarbeiter geschickt), gelang der gewollt selbstbewusste Auftritt. Das lag vor allem an den hochkarätigen Mitstreitern aus dieser Branche. So stellten sich z. B. Werner M. Bahlsen, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bahlsen, oder Peter Haddasch, Vorstandsmitglied der Nestlé Deutschland AG, den Fragen von NDR-Moderator Jürgen Hingst in einer Podiumsrunde. Aus Westmecklenburg waren zahlreiche Werksleiter großer Unternehmen wie riha-Wesergold oder Dr. Oetker nach Berlin gefahren.

Die Ernährungswirtschaft in Norddeutschland beschäftigt 100 000 Menschen, der Anteil der Branche am verarbeitenden Gewerbe macht 20 Prozent aus. Für MV beträgt dieser Anteil sogar 38 Prozent. Doch trotz dieser Bedeutung kommt die Ernährungswirtschaftbei uns in Sachen Umsatz und vor allem beim Export noch lange nicht an die großen Firmen in ganz Norddeutschland heran. Deutschlandweit hat die Branche eine Exportquote von 47,5 Prozent, in MV kommt man gerade auf 12 Prozent. Ein Grund dafür sind die vielen kleinen Betriebe im Land, die 90 Prozent in diesem Bereich ausmachen.

Sicherheit und Image waren zentrale Punkte in der Berliner Diskussion. Die Branche habe ungeachtet aller Skandale der letzten Zeit die sichersten Produkte weltweit, und doch müssten die Lebensmittelproduzenten mit einem schlechten Image kämpfen. Das wurde beklagt, doch das soll sich auch ändern. Dabei wollen die Kammern, in Berlin waren gleich 13 aus dem Norden vereint, kräftig helfen. Der Abend in Berlin soll nur ein Auftakt gewesen sein.

Obwohl die Schwergewichte der norddeutschen Ernährungswirtschaft vor allem in Niedersachsen und Bremen liegen, verkaufte sich Mecklenburg-Vorpommern an diesem Abend gut. Vor allem das im Bau befindliche Schweriner Nestlé-Werk war immer wieder Thema und wird auch von den anderen Bundesländern als wichtiges Zeichen der aufstrebenden Branche im Land gesehen.

Doch die Zusammenarbeit im Norden hat gerade erst begonnen. Eine im Vorfeld angekündigte Studie zur gesamten Branche im Norden wurde in Berlin dann doch nicht vorgestellt, sie wurde wegen des gewaltigen Aufwandes nicht fertig und soll nachgereicht werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen