Schwerin : „Der Bungalow ist unsere Seele“

Egon Engelhardt zieht es jeden Sommer mit Lebensgefährtin Rosmarie Priebe zum Bungalow am Schweriner See.
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Egon Engelhardt zieht es jeden Sommer mit Lebensgefährtin Rosmarie Priebe zum Bungalow am Schweriner See.

Pachtbesitzer am Schweriner See in Flessenow sehen der auslaufenden Verlängerungsfrist von DDR-Verträgen gelassen entgegen

svz.de von
28. September 2015, 21:00 Uhr

Ein Bungalow am See, dazu eine kleine Grünfläche, um Blumen oder Gemüse anzupflanzen, und dann im Liegestuhl die Sonne genießen: So oder so ähnlich dachten sich das einige der Bungalow-Besitzer am Schweriner See in Flessenow, als sie noch zu DDR-Zeiten ihre Pachtverträge abschlossen. Doch nun soll der Kündigungsschutz für die sogenannten „Datschen-Besitzer“ mit genau diesen Pachtverträgen wegfallen. Unsere Zeitung hat sich bei den Pächtern einmal umgehört.

„Wir haben unseren Bungalow hier seit August 1965“, erinnert sich Bernhard Virgens. Er und seine Frau Wera haben jedoch keine Angst, dass die Pachtzeit in nächster Zeit endet, denn sie haben schon frühzeitig vorgesorgt: Bereits im Jahr 1996 wurde aus dem damaligen Pachtvertrag ein Erbpachtvertrag, der dem Ehepaar für 99 Jahre die Nutzung der Fläche gewährt. „Die Gemeinde hat uns hier an die Hand genommen und das mit uns geregelt“, erinnert sich Bernhard Virgens. Und nun verschönert das Ehepaar von Zeit zu Zeit sein Domizil: Nicht nur Blumen vor dem Bungalow, sondern auch eine große Landschaftsmalerei von Ehefrau Wera an der Fassade zieren nun den ganzjährigen Rückzugsort.

Auch Rosmarie Priebe und Egon Engelhardt gehören zu den Pächtern vor Ort. Seit 1964 haben sie ihr Grundstück nahe des Sees. „Wir haben damals einen Vertrag für 99 Jahre abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass der weiterhin Bestand hat. Vertrag ist schließlich Vertrag“, sagt Egon Engelhardt. Jeden Sommer verbringt das Paar mittlerweile am Schweriner See – oder es kommt einfach, wenn die Temperaturen stimmen. Und dann wird die Zeit genutzt, um den Garten zu pflegen und das Gemüse zu ernten. „Wir fahren aber auch gerne mit dem Boot hinaus“, sagt Engelhardt. Schließlich sei das einer der Gründe gewesen, die Fläche hier zu pachten und fügt hinzu: „Ich kann mir das ohne den Bungalow hier gar nicht mehr vorstellen. Der ist doch unsere Seele.“

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