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Die Hochsaison der Camper beginnt : Campingplätze in MV vor Gästeansturm

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Für Campingplätze beginnt jetzt die absolute Hochsaison. Die meisten Plätze in MV sind bereits zu 70 oder 80 Prozent belegt. Der größte Ansturm beginnt mit den Ferien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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erstellt am 10.Jul.2011 | 08:12 Uhr

Schwerin | Für Campingplätze beginnt jetzt die absolute Hochsaison. Die meisten Plätze in MV sind bereits zu 70 oder 80 Prozent belegt, wie eine Umfrage belegt. Der größte Ansturm beginnt mit den Ferien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen - den Bundesländern, aus denen die meisten Camper in den Nordosten kommen. Dann stoßen die Plätze schnell an ihre Grenzen. "Ab der neuen Woche sind einige Plätze bis in den August hinein ausgebucht", sagte die Sprecherin des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Schwanck.

"Bei uns kann es in dieser Woche eng werden", bestätigte Norbert Schreiber vom Campingplatz Pommernland bei Zinnowitz auf Usedom. Die meisten seiner Gäste seien aus Sachsen. Die Hütten und Mietwohnwagen seien bis Ende August ausgebucht. Für Rad- und Fußwanderer finde sich aber fast immer noch ein Platz, sagte Schreiber. "Das sind die Letzten, die wir abweisen."

Immer mehr reisen mit Wohnwagen an

Einige Plätze hatten in diesem Jahr schon deutlich mehr Gäste als zur gleichen Zeit im Vorjahr. "Im ersten Halbjahr waren es 23 bis 25 Prozent Übernachtungen mehr", berichtet Wolfgang Neumann, Inhaber von vier Campingplätzen in Malchow und Waren (Müritzkreis), in Sommersdorf am Kummerower See (Kreis Demmin) und Pepelow am Salzhaff (Nordwestmecklenburg). In der Regel würden 30 Prozent der Stellplätze lange vorgebucht, die restlichen eher spontan belegt.

Das Ferien-Camp Börgerende an der Ostsee im Kreis Bad Doberan rechnet an den nächsten Wochenenden wieder damit, allein durch Reservierungen ausgebucht zu sein und dann vielleicht sogar Leuten absagen zu müssen. Der Anteil derjenigen, die mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil anreisen, wird immer größer, wie Inhaberin Christa Sürken berichtete. Aber auch Radtouristen, die mit einem kleinen Zelt nur eine Nacht blieben, würden mehr werden. Auffallend sei auch die Zunahme ausländischer Gäste, vor allem aus Holland, aber auch aus Frankreich.

Auf dem Seecamping-Platz Flessenow am Schweriner See stammen im Durchschnitt ein Drittel der Gäste aus den Niederlanden. Der Trick des Inhabers Marc Elshout: Er ist selbst Holländer und hat mit Landsleuten ein kleines Werbe-Netzwerk im Heimatland aufgebaut. Die Camper kämen für ein paar Tage, um Schwerin, Wismar und Lübeck anzusehen, und würden dann meist nach Rügen weiterfahren. "Rügen ist ein Muss", sagte Elshout. Mit der gegenwärtigen Belegung des Platzes von 40 bis 50 Prozent ist er unzufrieden. "Ich mache mir aber noch keine Sorgen." Seit Jahren sei die Auslastung ganz eng an die Ferien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geknüpft.

Auch der Jugendzeltplatz Prora auf Rügen erwartet erst noch das Gros der Gäste. Bis zu 1000 Jugendliche ausschließlich in Zelten könnten gleichzeitig dort Ferien machen, sagte Platzwartin Margitta Duchow. Häufig kämen große Gruppen von 150 oder 200 Leuten, etwa von Organisationen wie Jugendfeuerwehren. Aber auch junge Familien nutzten gerne den Platz, der auf Wunsch Vollverpflegung bietet.

Die Regentage in diesem bisher recht durchwachsenen Sommer haben die Platzbetreiber schon gespürt, hieß es beim Camping-Verband. Zeltler versuchten bei starkem Regen, auf andere Unterkünfte wie Ferienhäuser auszuweichen. Absagen oder vorzeitige Abreisen kämen aber nur vereinzelt vor, am ehesten von Radlern. "Bei schönem Wetter kommt es zusätzlich dann natürlich zu Anreisen von Spontanurlaubern", sagte Schwanck.

Nordosten bei Campern am beliebtesten

Viele Campingplätze bieten ihren Gästen bei Regen Alternativen zum Strandleben. Sie haben Restaurants und Cafés, Bücherecken, Räume für abendliche Veranstaltungen oder Kinderprogramme mit Theater, Malen, Basteln. Das Ferien-Camp Börgerende bietet Sauna und Physiotherapie, neben dem Platz in Zinnowitz liegt ein Meerwasserschwimmbad.

Mecklenburg-Vorpommern hat rund 200 Campingplätze. Im vorigen Jahr hat das Land Bayern den Rang als beliebteste deutsche Campingregion abgelaufen, hieß es beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. 16,1 Prozent der 24,4 Millionen Übernachtungen entfielen demnach auf Zeltplätze in MV. Bayern kam auf 16 Prozent. In beiden Ländern wurden knapp vier Millionen Übernachtungen registriert.

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