Brandzeichen gegen Gangster

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14. Juni 2010, 05:39 Uhr

Schwerin | Immer wieder werden Bauern Opfer dreister Diebe, deren Beute vom Bienenstock bis zum Bagger reicht. Doch die Landwirte wappnen sich. "Wenn die Preise steigen, werden Saatgut, Dünger und Maschinen wieder sicherer verwahrt und nicht mehr einfach am Ackerrand stehen und liegen gelassen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes, Martin Piehl, in Neubrandenburg. "Es gibt aber kein großflächig organisiertes Geschehen", schätzte er die Kriminalitätslage ein. Das bestätigt das Landeskriminalamt in Rampe bei Schwerin. Schwerpunkt der Kriminalität auf dem Lande sei aber nach wie vor das illegale Abzapfen von Dieselkraftstoff aus Kraftfahrzeugen. An Großvieh-Diebstählen wurden dieses Jahr im Land bisher zehn Fälle angezeigt, im gesamten vorigen Jahr 25, teilte das LKA mit. "In der Regel werden teure Technik, Tiere und Material über Nacht in Lagerhallen und Scheunen eingeschlossen", sagte Bauernverbandschef Piehl.

Die Imker im Land schützen ihre Bienen seit drei Jahren mit einer speziellen Kennzeichnung. Die Kästen der Bienenvölker würden mit Brandzeichen versehen, erklärte Wolf-Dieter Feldkamp, Vorsitzender des Landesimkerverbandes in Schwerin. Pro Jahr würden im Schnitt 50 Bienenvölker von landesweit 18 000 spurlos verschwinden. In diesem Jahr nehme der Bienen-Klau wieder leicht zu, bedauerte Feldkamp. Bis Mai seien bereits 60 Völker gestohlen worden, allein 30 bei einem Halter nahe Wismar. Hintergrund könnte der besonders starke Verlust durch das winterliche Bienensterben sein. 2010 ging ein Drittel der Völker im Land ein.

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