Brandstifter: Belohnung ausgesetzt

Beratungsverein beklagt Zunahme rechter Gewalt

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14. August 2015, 15:12 Uhr

Nach dem Feuer auf dem Hof des als Nazi-Gegner bekannten Künstlerpaares Birgit und Horst Lohmeyer in Jamel bei Wismar haben die Ermittler in den Resten der niedergebrannten Scheune Spuren von Brandbeschleuniger gefunden. Damit stehe fest, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin, Stefan Urbanek, gestern. Wer dafür verantwortlich zu machen ist, sei noch unklar. Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, setzt die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro aus.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), die gestern mit dem Ehepaar Lohmeyer telefoniert hat, ist entsetzt über den brutalen Anschlag. „ Sollte sich bestätigen, dass dieser Angriff einen rechtsextremen Hintergrund hat, dann ist dies ein weiteres Zeichen dafür, wie gefährlich Rechtsextremismus ist. Ich finde es toll und mutig, dass sich das Ehepaar Lohmeyer nicht einschüchtern lässt und das Konzert stattfinden wird.“ Sie selbst plane, am 29. August bei „Jamel rockt den Förster“ vorbeizuschauen, so die SPD-Politikerin gegenüber unserer Redaktion.

Der Beratungsverein Lobbi hat unterdessen im ersten Halbjahr eine leichte Zunahme rechter Gewalt im Nordosten beobachtet. Wurden in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres 45 Angriffe registriert, seien es in diesem Jahr bis Ende Juni 47 gewesen, teilte der Verein gestern in Rostock mit. 74 Menschen seien betroffen gewesen. Besorgniserregend sei vor allem die Zunahme rassistischer Attacken, etwa gegen Flüchtlinge. Der Anteil stieg den Angaben zufolge von einem Drittel auf fast zwei Drittel aller von Lobbi registrierten Fälle. Regionale Schwerpunkte sind die Landkreise Rostock, Vorpommern-Greifswald und Nordwestmecklenburg.

Lobbi wies auf eine Vielzahl von Vorfällen hin, die unterhalb der Gewaltschwelle liegen und somit nicht in der Statistik auftauchen. „Gemeint ist damit eine Art Vorfeld rechter Gewalt, wie Anfeindungen, Pöbeleien und Einschüchterungsversuche“, hieß es. So würden Menschen eingeschüchtert, die Flüchtlinge unterstützen.

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