Bewegung im Skiparadies

von
12. Oktober 2009, 08:16 Uhr

Wittenburg | In die noch vor eineinhalb Jahren vor dem Aus stehende Skihalle Wittenburg kommt Bewegung: Die Touristikgruppe Van der Valk sieht das Schneeparadies ein Jahr nach der Übernahme aus Insolvenz auf gutem Weg. Der Verlauf des ersten Winters sei kaum noch beeinflussbar gewesen, aber schon die Nebensaison von April bis September sei besser gelaufen als erwartet, teilte Van der Valk am Samstag mit. Dazu hätten spezielle Saisonangebote beigetragen, aber auch die Buga in Schwerin habe sich ausgewirkt. Zudem hätten im zurückliegenden Sommer 150 Profi-Rennteams aus über 30 Nationen im Alpincenter trainiert - mehr als doppelt so viele wie zuvor. Für 2010 werde eine weitere Steigerung um 20 Prozent erwartet.

Die Touristikgruppe Van der Valk, die bereits mehrere Hotels in MV betreibt, hatte die Skihalle samt aller Mitarbeiter im Oktober 2008 übernommen, die Piste zunächst aber nur gemietet. Der zwei Jahre vorher nach Investitionen von 75 Millionen Euro eröffnete Erlebnispark war zuvor nach zu optimistischen Standort analysen in die Pleite gerutscht. Prognosen gingen von 730 000 Gästen im Jahr aus. Gekommen waren nach Unternehmensangaben im ersten Jahr 638 000. Nur jeder Zweite ging auf die Piste.

Van der Valk: Wir sind noch nicht über den BergDie Pleite des Schneeparadies hatte in MV eine politische Debatte um die Fördermittelvergabe entfacht. Das Land hatte trotz Warnungen und einer nur 100 Kilometer entfernt liegenden anderen Skihalle die Piste in Wittenburg trotzdem gefördert.

Nach dem Neuanfang wollte Van der Valk mit einem Fortführungskonzept das "Objekt Wittenburg langfristig wirtschaftlich effizient" betreiben, hatte das Unternehmen angekündigt. Mit den beim Betrieb der ebenfalls zu Van der Valk gehörenden nordrhein-westfälischen Skihalle Bottrop bewährten Marketingkonzepten sollte vor allen "vor der Haustür" in MV für zusätzliche Besucher geworben werden, hieß es damals. Wie viele Besucher den Weg nach Wittenburg nun gefunden haben, darüber hüllt sich Van der Valk bislang in Schweigen. Nur so viel: "Klar ist nur, die Zahlen nehmen zu, aber wir sind noch nicht überm Berg" , hatte Hallenchef Rob Vogelaar erklärt. "Wir wollen uns einfach nicht an den von früheren Betreibern in die Welt gesetzten Phantasiezahlen messen lassen. " Generalmanager Bob van den Nieuwenhuizen meinte: "Wir sind insgesamt noch nicht bei einer schwarzen Null, aber wir sind dicht dran."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen