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Beihilfen in Gefahr : Bauern bangen um Fördermillionen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verband fordert Korrekturen bei Agrarumweltmaßnahmen

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 08:47 Uhr

Bangen um Millionenbeihilfe: Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte fordern eine Korrektur der derzeitigen Förderpläne für Agrar-Umweltmaßnahmen in MV. Durch die EU-Agrarreform würden die Bauern in MV künftig ohnehin bereits etwa 40 Millionen Euro weiniger zur Verfügung stehen, kritisierte Bauernpräsident Rainer Tietböhl gestern in Schwerin. Die Pläne von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sähen aber vor, offenbar aus Geldnot Agrar-Umweltmaßnahmen die Förderung nur noch auf bestimmte Gebiete zu beschränken. Damit würden einige Landwirte allerdings aus der Förderung herausfallen, kritisierte Tietböhl: „Es darf keine Gebietskulisse geben.“ Auch das vorgeschlagene Ackerrandstreifenprogramm stößt auf Bedenken. Flächen dafür an Gewässern oder Waldrändern zu reservieren sei zwar richtig, doch müssten die Flächen weiter nutzbar sein. Tietböhl wehrte sich zudem gegen die vom Land vorgeschlagene Anbaupläne für Eiweißpflanzen. Jeder Betrieb soll auf zehn Prozent seiner Fläche u. a. Erbsen, Lupinen, Luzerne oder Bohnen anbauen, um Förderung zu bekommen. Noch sei die Verwertung aber unklar, meinen Tietböhl. Die Erträge dieser Pflanzen seien schlecht. Das führe zu Einbußen. Die Bauern könnten allenfalls eine dreiprozentige Anbauvorgabe für Eiweißpflanzen verkraften. Das vorgesehene Bienenweideprogramm erfülle hingegen die Erwartungen der Landwirte. Künftig können die Bauern einen Ausgleich erhalten, wenn sie je Betrieb auf fünf Hektar eine Bienenweide einrichten und mit Imkern zu sammenarbeiten. Damit sollen sich die speziellen Bienenflächen von derzeit 1000 auf 2500 mehr als verdoppeln. Der für Agrar-Umweltmaßnahmen gezahlte Ausgleich würde allenfalls Ertragsnachteile und Mehrkosten ausgleichen, sagte Bauernverbandchef Martin Piehl: „An Agrarumweltmaßnahmen lässt sich kein Euro verdienen – das ist schwer verdientes Geld.“

Nach der nach langem Streit im November erfolgten Einigung erhält MV in der kommenden Förderperiode für Projekte zur Entwicklung der ländlichen Regionen bis 2020 insgesamt 937 Millionen Euro, mehr als 320 Millionen Euro sollen für Agrar-Umweltmaßnahmen eingesetzt werden. Mit den Agrar-Umweltmaßnahmen können sich die Landwirt in MV ein Teil des Geldes sichern, dass sie bislang als Direktbeihilfe erhalten haben, die in der neuen Förderperiode allerdings zugunsten von Öko-Maßnahmen gekürzt worden war.

Den Plänen des Landes zufolge sollen z. B. Öko-Landwirte stärker gefördert werden. Neueinsteigern will MV für jeden Hektar Acker- und Grünland 210 Euro zahlen, den anderen 150 Euro. Bisher hatte MV Öko-Bauern 150 Euro gewährt. Damit soll der Bio-Landbau von 120 000 auf 150 000 Hektar wachsen. Backhaus plant, Bauern, die bei der Bewirtschaftung von Grünland z. B. auf Mineraldünger verzichten einen Ausgleich zu zahlen. Obwohl die neue Förderperiode inzwischen begonnen habe, müssen die Bauern noch auf das Geld warten: „Noch ist vieles unklar“, kritisierte Tietböhl. So wüssten die Bauern noch nicht, ob sie die fünf Prozent ihres Ackers, die sie als ökologische Vorrangflächen einrichten müssten, weiter bewirtschaften könnten oder stillegen müssten.

 

 

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