Jagdrecht : Backhaus verteidigt Schutz des Wolfes

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Die CDU im Landtag fordert, das Raubtier unter Jagdrecht zu stellen. Der Agrarminister ist dagegen.

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30. Juli 2014, 20:45 Uhr

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die Forderung von Koalitionspartner CDU nach Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht als unseriös zurückgewiesen. Die Tierart sei auf vielfältige Weise gesetzlich streng geschützt. „Das heißt, wer den Wolf ohne Genehmigung bejagt, verstößt gegen internationales, europäisches, Bundes- und Landesrecht. Dies sollte jedem klar sein“, erklärte Backhaus gestern. Seinen Angaben zufolge ist nur „im begründeten Einzelfall“ der Abschuss eines Wolfes zulässig.

Backhaus reagierte auf einen Vorstoß der CDU-Landtagsabgeordneten Beate Schlupp, die im Interesse der Tierhalter Bestandsregulierungen auch durch Bejagung des Wolfes gefordert hatte. Jüngste Meldungen über den ersten Wolfsnachwuchs im Nordosten hätten bei Landwirten „nicht gerade Jubelstürme“ ausgelöst, sagte Schlupp unter Hinweis auf frühere Angriffe von Wölfen auf Schafherden. „Ich bin der Ansicht, dass für Wolfspopulationen Bestandsgrößen definiert werden müssen. Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass die Natur an dieser Stelle über ausreichend Selbstregulierungskraft verfügt“, so Schlupp.

Die Landesregierung habe in dem 2010 veröffentlichten Managementplan für den Wolf und weiteren Richtlinien Hilfen für betroffene Halter verankert, widerspricht Backhaus. Schäden an Haus- und Nutztieren könnten vom Land „bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben“ ausgeglichen werden. Der Kauf besonderer Schutzzäune oder von Hütehunden werde mit bis zu 75 Prozent bezuschusst.

Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke, warnte vor einer Überzeichnung der Gefahren durch die Rückkehr der Wölfe. Das Neben- und Miteinander zwischen Mensch und Tier in der modernen Kulturlandschaft müsse möglich bleiben. „Die Mär vom bösen Wolf entspricht schlicht nicht der Realität“, erklärte Schwenke.

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