Tierschutz : Ausgehverbot oder Kastration

Schlechte Aussichten für Katzen
Schlechte Aussichten für Katzen in MV

Maßnahme gegen alljährliche „Katzenschwemme“: Verordnung des Landes ist unterschriftsreif

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20. November 2015, 08:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern steht für unkastrierte Katzen und Kater vielerorts ein Ausgangsverbot bevor. Dem Agrarminister werde in Kürze eine Katzenkastrations-Verordnung zur Unterschrift vorgelegt, teilte das Ministerium in Schwerin am Donnerstag mit. Darin sollen die Landkreise ermächtigt werden, in Gebieten mit ungehemmter Katzenvermehrung Maßnahmen dagegen anzuordnen.

Eine solche Verordnung war schon für Ende 2014 angekündigt. Sie hängt jetzt unter anderem an den Haushaltsberatungen im Landtag. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte dem Tierschutzbund im August zugesagt zu prüfen, ob sich das Land an den Kosten für die Kastration von freilaufenden Katzen beteiligen kann.

Die Kastration ist für die Tierschützer das beste Mittel, um weiteres Katzenelend zu verhindern. Der Tierschutzbund kritisiert jedoch an der Verordnung, dass nicht das Land, sondern die Landkreise für die Umsetzung zuständig sein sollen. Bislang verlangt lediglich die Stadt Rostock von privaten Katzenhaltern, ihre „Freigänger“ zu kastrieren.

Für die Kastration wild lebender Katzen kommen derzeit der Tierschutzbund und die Kommunen auf. Der Tierschutzbund fordert wenigstens 50 000 Euro im Jahr vom Land dafür. Die Kastration wird durch einen Mikrochip dokumentiert.

In Rostock hieß es, dass dank der städtischen Verordnung, die 2013 in Kraft trat, ein deutlicher Rückgang von Jungtieren zu bemerken sei. Andernorts beklagen die Tierheime im Land alljährlich im Sommer eine „Katzenschwemme“.

Die Kastrationsverordnung ist laut Ministerium Teil des Tierschutzkonzeptes in Mecklenburg-Voprommern. Auch im neuen Tierschutzbericht der Bundesregierung heißt es, es könne „erforderlich sein, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Haus- und Hofkatzen für einen bestimmten Zeitraum zu beschränken oder zu verbieten“. Tierschützer schätzen die Zahl streunender Hauskatzen bundesweit auf zwei Millionen.

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