Aus dem All nach Lolland

Auch die im Januar beobachtete Feuerkugel war ein Meteorit, Teile davon wurden auf der dänischen Insel Lolland gefunden.
Auch die im Januar beobachtete Feuerkugel war ein Meteorit, Teile davon wurden auf der dänischen Insel Lolland gefunden.

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15. Oktober 2009, 10:52 Uhr

Rostock | Meteoriten in dieser Größenordnung gäbe es höchstens ein Mal pro Halbjahr zu sehen, hatte Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz Außergewöhnliche Himmelsphänomene noch Anfang des Jahres gesagt. Ein Meteorit hatte am 17. Januar den Himmel über weiten Teilen Norddeutschlands erleuchten lassen und Sterngucker aus Deutschland und Skandinavien in helle Aufregung versetzt. Das bläulich-grüne Himmelsschauspiel war kurz nach 20 Uhr am Abendhimmel aufgetaucht - gefolgt von einem Grummeln wie bei einem Gewitter. Sogar im niedersächsischen Vechta und im bayrischen Alpenvorland haben die Menschen ein Glimmen am Horizont gesehen.

Wissenschaftler vermuteten zunächst, der Meteorit sei nördlich von Rostock in die Ostsee gestürzt. Später entdeckte der Meteoriten-Experte Thomas Grau Teile des Himmelskörpers auf der dänischen Insel Lolland. Grau ist Deutschlands einziger hauptberuflicher Meteoritensucher. Die Absturzstelle hatte er mit Hilfe von Augen- und Ohrenzeugenberichten sowie Videoaufnahmen ermittelt. Sechs Tage lang suchte er, bis er auf einer Wiese fündig wurde.

Bei dem schwarzen Gesteinsstück von der Größe eines Tischtennisballs handelte es sich um einen so genannten kohligen Chondriten. Untersuchungen ergaben, dass das Gestein etwa viereinhalb Milliarden Jahre alt sei - so alt wie das Sonnensystem. Bisher wurden nur zehn solcher Art auf der Erde gefunden.

Meteoritensucher hoffen nun auf weitere Stücke. Und ehrliche Finder. Laut Gesetz müssen Funde an die dänischen Behörden abgegeben werden.

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