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"Atomkraft nee" - Kernkraftgegner wollen Abschaltung

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erstellt am 25.Apr.2011 | 07:05 Uhr

"Sonne, Strand und See - Atomkraft nee" hatten Atomkraftgegner als Motto über ihre Oster-Demonstrationen in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. Fröhlich gingen sie das ernste Thema an - mit geschmückten Fahrrädern, bunten Transparenten und Ostereiern mit dem Atomzeichen.

Atomkraftgegner aus mehreren Bundesländern haben am Ostermontag vor dem atomaren Zwischenlager Lubmin für den sofortigen Atomausstieg demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 2000 Menschen an der Demonstration und der Kundgebung im Seebad Lubmin. Am bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag erinnerten sie an das Reaktorunglück vor 25 Jahren und machten nach der jüngsten Atomkatastrophe in Japan bewusst, dass ein solcher GAU überall möglich sei. Zudem wollen sie einen Ausbau des Atommüll-Zwischenlagers Lubmin zu einem Endlager verhindern.

Der Bundesvorsitzende der Naturfreunde Deutschland, Michael Müller, sagte: "In der 73-jährigen Geschichte der Atomkraft gab es vier Holocausts: Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima." Die Landesgeschäftsführerin der Umweltorganisation BUND, Corinna Cwielag, verwies darauf, dass nach der Tschernobyl-Katastrophe fast 40 Prozent der Fläche Europas kontaminiert gewesen sei. In Süddeutschland spüre man noch heute die Auswirkungen, so werde Wildschweinfleisch dort vernichtet. Wenn die Laufzeit der Atomkraftwerke in Deutschland bis 2036 verlängert werde, würden bis zu 5000 Tonnen neuer Atommüll anfallen. Viele Menschen äußerten die Sorge, dass das Zwischenlager Lubmin dann erweitert werde.

Die Rostockerin Rebecca Südnersen vom Anti-Atombündnis Nord-Ost sagte, sie sei zum Zeitpunkt von Tschernobyl ein Jahr und drei Monate alt gewesen. "Ich will nicht, dass Kinder nicht mehr im Sandkasten spielen dürfen, weil irgendwo ein Atomkraftwerk explodiert ist. Ich fordere, dass alle Atomanlagen auf der Welt abgeschaltet werden."

Lubmin war das Ziel des Anti-Atom-Trecks quer durch Mecklenburg-Vorpommern, der am Karfreitag in Schwerin mit etwa 170 Teilnehmern auf Fahrrädern, Traktoren und mit Autos gestartet war.

An den Zwischenstationen wie in Sternberg, Güstrow und Demmin versuchten die Teilnehmer, mit Kundgebungen die Einheimischen wachzurütteln und ihnen bewusst zu machen, dass auch sie von dem Atommülllager betroffen seien. Mehrfach habe es Provokationen von Neonazis gegeben, sagte Felix Leipold vom Anti-Atombündnis.

Auf der letzten Etappe von Greifswald nach Lubmin schlossen sich nach seinen Angaben mehrere hundert Teilnehmer dem Treck an. Zudem waren Atomkraftgegner mit Bussen nach Lubmin gekommen. Nach einer Demonstration vor dem Zwischenlager zogen sie zur Abschlusskundgebung vor die Kurverwaltung des Seebades. Veranstalter waren der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Naturfreunde Deutschland und das Anti-Atombündnis Nord-Ost.

Bereits am Samstag hatten rund 50 Teilnehmer haben beim Rostocker Ostermarsch gegen Militäreinsätze und die Folgen der Atomkraft protestiert.


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