Mecklenburg-Vorpommern : Arzttermine: Zögerliche Vermittlung

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Servicestelle hilft nur bei erwiesener Dringlichkeit

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26. Januar 2016, 05:00 Uhr

Erst dreieinhalb Minuten Ansage vom Band, und auch das anschließende persönlichen Gespräch führte nicht unbedingt zum gewünschten Ergebnis: Wer gestern die neue Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KVMV) in Schwerin anrief, um sich bei der Vermittlung eines Facharzttermins helfen zu lassen, war anschließend oft enttäuscht. So erging es auch einer Leserin aus Rostock, die im November zum Neurologen überwiesen worden war. Ihr war seinerzeit erst für Anfang 2017 ein Termin angeboten worden. Mit Hilfe der Terminservicestelle hoffte sie nun, schneller zum Spezialisten zu kommen – doch ihr fehlte ein Dringlichkeitsvermerk auf ihrer Überweisung.

Die Dringlichkeit sei das A und O bei der Terminvermittlung, betonte KVMV-Sprecherin Kerstin Alwardt. Ältere Rezepte enthielten den entsprechenden Code meist noch nicht. Hausärzte hätte allerdings schon länger die Möglichkeit, A- und B-Überweisungen zu nutzen. Patienten bekämen damit binnen eines Tages bzw. binnen einer Woche den benötigten Facharzttermin. Entsprechende Vereinbarungen gebe es mit der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse, der Barmer GEK sowie mehreren Betriebskrankenkassen. Das System habe sich bewährt, betont Kerstin Alwardt. Die KVMV erwarte daher auch keinen großen Ansturm auf die Terminservicestelle.

Wie viele Anrufer es dort gestern unter der Rufnummer 0385 74 31 877 gab, war nicht in Erfahrung zu bringen. Die Leitung der KVMV wolle den Betrieb der Terminservicestelle erst einige Zeit beobachten, um ihre Inanspruchnahme bewerten zu können, hieß es. Wobei die Zahl der Anrufer auch nichts über die vergebenen Termine ausgesagt hätte: Die beiden eigens eingestellten Mitarbeiterinnen haben für die Vermittlung schließlich laut Gesetz eine Woche Zeit, so Kerstin Alwardt. Sie können zum einen auf Termine zurückgreifen, die Fachärzte der KVMV bereits auf freiwilliger Basis gemeldet haben. Passten diese nicht, würden die Mitarbeiterinnen aber auch herumtelefonieren.

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