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Hilfe in Sicht : Arbeit nach zwei Jahren ohne Job

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bund fördert in MV Beschäftigung von 1000 Langzeitarbeitslosen in Betrieben

Länger als zwei Jahre keinen Job, älter als 35 Jahre und keine Berufsausbildung: Für etwa 1000 schwer vermittelbare Arbeitslose in MV ist jetzt Hilfe in Sicht. Der Bund will ein 470-Millionen-Euro-Programm auflegen und von 2015 an Frauen und Männer mit bisher geringen Job-Chancen in einfache Tätigkeiten in Unternehmen vermitteln. Es gehe um Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt, erklärte Dirk Heyden, Chef der Arbeitsagentur in Westmecklenburg gestern. Dazu sollen – wie bisher – Lohnkostenzuschüsse gezahlt werden, mindestens 18 Monate, anfänglich bis zu 75 Prozent. Erstmals aber werde den Arbeitslosen und Unternehmern eine sozialpädagogische Begleitung für die Zeit der Förderung zur Seite gestellt, um zu beraten und bei Konflikten zu helfen. Daran sei bislang die Integration Langzeitarbeitsloser häufig gescheitert, meinte Heyden. Das sei von den Unternehmen allein kaum zu leisten.

Betriebsakquisiteure der Arbeitsverwaltung wollen nun Unternehmen gewinnen, die Langzeitarbeitslose einstellen – für leichte Tätigkeiten etwa als Küchenhilfe, in der Textilreinigung oder für Gartenarbeiten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen oder auch für Hof- oder Lagerarbeiten in Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, erklärte Heyden. In MV gab es im März insgesamt mehr als 36 000 Langzeitarbeitslose, die länger als ein Jahr ohne Job waren. Von dem 470-Millionen-Fonds werden etwa 15 Millionen Euro nach MV fließen. Mit dem Geld sollen in Westmecklenburg etwa 300 Langzeitarbeitslose in Beschäftigung gebracht werden.

Die Gewerkschaften begrüßten das neue Hilfsprogramm: Langzeitarbeitslosigkeit müsse entschiedener als bisher bekämpft werden, forderte Ingo Schlüter, Vizechef des DGB Nord, gestern. Das Programm allein reiche aber nicht: „Wir brauchen einen Neustart der öffentlich geförderten Beschäftigung.“ Dazu gehöre eine „ehrliche Debatte“ u. a. über die Finanzierung dauerhafter öffentlicher Beschäftigung, z. B. im Sozialbereich.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 21:12 Uhr

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