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Mecklenburg Vorpommern : Andrang auf Rente mit 63

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MV zählt im Norden die meisten Anträge / Immer mehr informieren sich über abschlagsfreie Frührente

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 07:57 Uhr

Andrang in der Rentenstelle: In Mecklenburg-Vorpommern wollen sich so viele Arbeitnehmer wie nirgendwo in Norddeutschland in den vorzeitigen Ruhestand verabschieden. Bis Ende August seien 2103 Anträge auf Rente mit 63 gestellt worden – mehr als dreimal so viel wie in Hamburg, knapp 200 Anträge mehr als in Schleswig-Holstein, teilte die Deutsche Rentenversicherung Nord (DKV) mit. Weitere Anträge aus MV seien bei der Deutschen Rentenversicherung Bund und der Knappschaft-Bahn-See (KBS) eingegangen – Schätzungen zufolge noch einmal etwa 2000. Die schwarz-rote Koalition in Berlin hatte beschlossen, Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren nach Vollendung des 63. Lebensjahres ab 1. Juli 2014 abschlagsfrei in Rente gehen zu lassen.

Mehrarbeit in den zehn DKV-Beratungsstellen in MV: Immer mehr Arbeitnehmer informierten sich über den vorzeitigen Ruhestand. Es gebe derzeit einen sehr hohen Beratungsbedarf, sagte Ingo Koch, Mitglied der DKV-Geschäftsführung. Die DKV rechnet auch in den kommenden Monaten mit höheren Antragszahlen. So haben in MV z. B. deutlich mehr Frauen mehr Berufs- und Beitragsjahre, da sie nach der Geburt der Kinder häufiger wieder in den Beruf eingestiegen waren. Die hohen Antragszahlen seien auch auf das in den vergangenen Jahren gestiegene durchschnittliche Lebensalter der Arbeitnehmer zurückzuführen, erklärte Edgar E. H. Wonneberger von der Vereinigung der Unternehmensverbände (VUMV). Die Rente mit 63 droht in der Wirtschaft indes ein Personalloch zu reißen: Es sei zwar nicht mit einer neuen Frühverrentungswelle wie in den 90er-Jahren zu rechen, meinte Wonneberger. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels investierten die Unternehmen inzwischen mehr ins betriebliche Gesundheitsmanagement, um die Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten. Da gebe die Rente mit 63 hingegen ein falsches politisches Signal, sagte Wonneberger.

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