Andacht und Abschied

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19. Februar 2010, 07:14 Uhr

Rostock | Nach dem Schock kommt nun die Ohnmacht: Unbegreiflich scheint die verübte Gewalttat an Hannah G. H. und Heinz-Dieter J. in den Augen der Trauernden. In Gedenken an die zwei Opfer der der tödlichen Messerattacke in Groß Klein hielt Pastor Marcus Antonioli von der evangelisch-lutherischen Ufergemeinde gestern Abend im Gemeindezentrum Brücke einen Gottesdienst ab. Zahlreiche Bewohner des Stadtteils kamen zusammen, um von den beiden Opfern einen würdevollen Abschied zu geben.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) sprach den Familien der Opfer seine Anteilnahme aus. "Dieses Verbrechen lässt nicht nur mich, sondern alle Rostockerinnen und Rostocker fassungslos zurück", schrieb Methling gestern in einem Kondolenzbrief an die Angehörigen. Er wolle ihnen sein "tief empfundenes Beileid" ausdrücken. Zuvor hatten auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) versucht, Trost zu spenden. Der geistig verwirrte Täter hatte einen 67-Jährigen und eine 66-Jährige auf der Straße erstochen. "Es ist einfach unfassbar, das so etwas Schreckliches geschehen ist", meinte das Stadtoberhaupt. Oberstaatsanwalt Peter Lückemann sagte, es sei weiter davon auszugehen, dass der Messerstecher seine beiden Opfer "in einem psychotischen Schub" umbrachte. Er sitzt inzwischen in der geschlossenen Psychiatrie. Einem schwer verletzten Polizisten, der zur Hilfe eilen wollte, gehe es mittlerweile wieder besser.

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