Äpfel bleiben an den Bäumen

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02. Dezember 2009, 08:11 Uhr

Teterow | Trotz sinkender Temperaturen hängen noch viele Apfelbäume auf den Obstplantagen des Landes voller Früchte. Die Obstbauern beklagen dramatisch gesunkene Abnahmepreise. Gründe dafür seien einerseits eigene gute Ernteerträge, vor allem aber das Überangebot ausländischer Apfelproduzenten, erläuterte der Vorsitzenden des Verbands Mecklenburger Obst und Gemüse e.V., Günter Brandt. Mit der Rekordernte von deutlich mehr als 30 Tonnen je Hektar sind auch die Preise gefallen. "Diesmal so tief, dass sich das Pflücken bei einigen Verbandsmitgliedern praktisch von selbst verbietet. Da ist der Lohn für die Pflücker am Ende höher als der Verkaufspreis", sagte Brandt. In diesem Jahr seien nur noch gut drei Cent je Kilogramm erzielt worden, weil in vielen Ländern Rekordernten erreicht wurden. Zudem würden die Importe aus Übersee ständig zunehmen. Brandt: "Da können viele hier allein schon aufgrund der Lohnkosten kaum noch mithalten." Von der Situation seien 25 Betriebe mit insgesamt gut 2000 Hektar Apfelplantagen betroffen. "Bei Tafelobst, das sind die Äpfel, die direkt in den Verkauf kommen, sehe ich hingegen eine leichte Verbesserung", so Brandt weiter. Er setzt in seinem Betrieb in Boddin bei Teterow verstärkt auf Äpfel speziell für Kindernahrung. Dafür gibt es längerfristige Verträge mit dem Hersteller zu einem durchaus akzeptablen Preis. Auch bei Bioäpfeln sehe es gar nicht so schlecht aus. "Das größte Problem aber sind die Mostäpfel, also all das, was zu Saft gepresst wird", meint der Obstbauer. Viele Mostäpfel sollten eigentlich Tafelware werden. Bei der Rostocker Obst GmbH zum Beispiel hat ein kurzer Hagelschauer im Sommer gereicht, um die besten Äpfel zu Mostware zu machen.

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