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Flüchtlinge in MV : Abschiebung von knapp 100 Flüchtlingen aus Rostock

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Unabhängig von der Diskussion über die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber sollen von Rostock-Laage aus zahlreiche Flüchtlinge in Richtung Balkan ausgeflogen werden.

Knapp 110 Flüchtlinge sind am Dienstag vom Flughafen Rostock-Laage aus in ihre Heimatländer Albanien, Serbien oder Mazedonien abgeschoben worden. Sie stammten nach Angaben der Bundespolizei hauptsächlich aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch aus Schleswig-Holstein oder Hamburg. Es war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur das erste Mal, dass von Rostock-Laage aus Flüchtlinge abgeschoben wurden. Für Mittwoch und Donnerstag seien weitere Flüge geplant.

Die Aktion wurde am Flughafen von rund 20 Demonstranten beobachtet. Sie hängten unter anderem ein Plakat mit den Worten „Refugees welcome“ auf. In der Rostocker Innenstadt demonstrierten rund 30 Menschen gegen die Abschiebung.

Der Sprecher der Bundespolizei bestätigte Berichte von Augenzeugen, dass sich einige Flüchtlinge gegen die Fahrt mit Bussen zum Flughafen nach Laage gewehrt hätten. Ihnen seien dann Handfesseln angelegt worden. Die Polizei gehe verhältnismäßig vor, versicherte der Sprecher. „Es gibt keine Rückführung um jeden Preis.“ Die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrats, Ulrike Seemann-Katz, wandte sich gegen die Sammelabschiebungen von Flüchtlingen aus mehreren Bundesländern. Diese hätten schon mehrfach stattgefunden, dann aber über Hamburg. Dieser Flughafen verfüge über ein sogenanntes Abschiebe-Monitoring, in dessen Rahmen etwa auf die Einhaltung von Rechten der Betroffenen geachtet werde.

Dort könne auch seelsorgerischer Beistand geleistet werden. Dies sei in Laage nicht gegeben, es gebe auch keine Möglichkeit zur juristischen Beratung. „In Einzelfällen kann in letzter Minute eine Abschiebung doch noch gestoppt werden“, sagte Seemann-Katz. „Wir wenden uns grundsätzlich gegen Abschiebungen“, betonte sie. „Besser ist immer eine freiwillige Ausreise.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 10.Mai.2016 | 11:24 Uhr

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