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Abmarsch nach Hause

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Berlin | Zehn Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes wird die Bundeswehr-Truppe am Hindukusch erstmals verkleinert. Bis Anfang 2013 sollen fast 1000 der bisher bis zu 5350 deutschen Soldaten das Land verlassen. Das Kabinett beschloss gestern das neue Mandat für die gefährlichste Mission der Bundeswehr, die bisher 52 Soldaten das Leben gekostet hat. Die Obergrenze für das deutsche Kontingent in der internationalen Schutztruppe Isaf sinkt danach schon zum 1. Februar 2012 auf 4900 Soldaten. 500 weitere Soldaten sollen in den folgenden zwölf Monaten abgezogen werden.

"Damit wird die in den letzten zwei Jahren erarbeitete Abzugsperspektive real", erklärte Außenminister Guido Westerwelle. Allerdings sei bis zur Stabilisierung Afghanistans noch ein schwerer Weg zurückzulegen, auf dem mit weiteren Rückschlägen zu rechnen sei.

Der Afghanistan-Einsatz hatte vor zehn Jahren mit maximal 1200 Soldaten begonnen. Seitdem wurde die Truppe mehrfach aufgestockt. Derzeit sind rund 5000 Bundeswehrsoldaten am Hindukusch.

Mit dem neuen Mandat wird das Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr leicht ausgeweitet. Die Unruheprovinz Ghormach, die bisher in dem von Italien geführten Regionalkommando West der internationalen Schutztruppe Isaf lag, wird dem Nord-Kommando unter deutscher Führung zugeschlagen. Für den Bundeswehreinsatz sind in dem Mandat erneut rund eine Milliarde Euro Steuergelder für die nächsten zwölf Monate veranschlagt.

Eine breite Mehrheit im Bundestag für das neue Mandat gilt als sicher. Neben den Koalitionsfraktionen hat auch die SPD bereits Zustimmung signalisiert. Den Grünen geht die Truppenreduzierung dagegen nicht weit genug. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frithjof Schmidt sprach von einer Mogelpackung. Gestrichen werde zunächst fast nur die bisherige Reserve von 350 Soldaten, die kaum eingesetzt worden sei.

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erstellt am 15.Dez.2011 | 10:23 Uhr

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