Bildung in MV : Abitur mit Hans Fallada

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Für mehr Vergleichbarkeit der Abschlüsse: Land vereinheitlicht Rahmenpläne für die Kernfächer im Abitur.

svz.de von
13. Juli 2015, 21:00 Uhr

An den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern sollen für Kernfächer künftig wieder einheitliche und konkrete Lehrvorgaben gelten. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) stellte gestern in Schwerin die neuen Rahmenpläne für Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch vor. Diese würden vom Schuljahr 2015/2016 an angewendet und erstmals bei den Abiturprüfungen 2017 wirksam werden. „Wir kehren damit zurück zu altbewährten Dingen“, sagte Brodkorb.

Bisher hätten die Schulen selbst auf Basis sehr allgemeiner Vorgaben eigene Rahmenpläne für den Unterricht erstellt. Dies erschwere aber ein Abitur mit einheitlichen Prüfungsaufgaben und vergleichbaren Ergebnissen. „Ein echtes Zentralabitur gibt es nur, wenn die Inhalte zum erheblichen Teil festgelegt sind“, betonte der Minister.

Mit den verbindlichen Rahmenplänen für den Unterricht ab Klasse 11 würden nun etwa 80 Prozent des Lehrplans vorgegeben und so sichergestellt, dass ähnliche Lernstoffe vermittelt werden. Die Basis bildeten Bildungsstandards, auf die sich die Kultusminister der Länder verständigt hätten, erklärte Brodkorb. Auf Bundesebene sei ein gemeinsamer Aufgaben-Pool für Prüfungen in Vorbereitung. Die Bereitschaft der Länder, diesen auch zu nutzen, sind aber noch sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Der Minister zeigte sich überzeugt davon, dass mit den neuen Rahmenplänen die Vergleichbarkeit der Leistungen im Land selbst deutlich besser wird. Für Gymnasiasten werde mehr verbindliches Fachwissen vorgegeben.

Die Fachlehrer würden mit Schulungen auf die Veränderungen vorbereitet. Für Ende August sei ein erster Fortbildungskurs für die Fachberater an den Gymnasien geplant.

Im Fach Deutsch geht die Einführung des Rahmenplans auch mit einer Hinwendung zu Autoren einher, die aus Mecklenburg-Vorpommern stammen oder im Land wirkten. Die Beschäftigung mit Werken heimischer Schriftsteller von Weltrang werde verbindlich im Unterricht verankert.

„Das ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der kulturellen Identität des Landes und Bewahrung seiner literarischen Schätze. Zu den entsprechenden Autorinnen und Autoren zählen Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen, Hans Fallada, Brigitte Reimann, Gerhart Hauptmann oder Walter Kempowski“, erläuterte Brodkorb.

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