Tarifauseinandersetzungen : Ab morgen streiken die Lehrer

Bundesweite Streikwelle: Gestern kam es zu ersten Ausständen, wie hier in Essen (Nordrhein-Westfalen) vor dem Universitätsklinikum. Morgen folgt Mecklenburg-Vorpommern.
Bundesweite Streikwelle: Gestern kam es zu ersten Ausständen, wie hier in Essen (Nordrhein-Westfalen) vor dem Universitätsklinikum. Morgen folgt Mecklenburg-Vorpommern.

Schulamtsbezirke Rostock und Schwerin am Freitag betroffen / Notdienst stellt Betreuung an Grund-und Förderschulen sicher

Karin.jpg von
03. März 2015, 07:45 Uhr

Die Streikwelle im öffentlichen Dienst macht auch vor dem Nordosten nicht Halt. Ab dem morgigen Mittwoch sind die mehr als 10 000 angestellten Lehrer an den rund 610 staatlichen Schulen des Landes zum Arbeitsausstand aufgerufen. Lediglich an Schulen in freier Trägerschaft wird der Unterricht ohne Einschränkungen erteilt – Lehrkräfte dort sind nicht von den aktuellen Tarifauseinandersetzungen betroffen. Im mecklenburgischen Landesteil müssen sich Eltern erstmals am Freitag auf Lehrerstreiks einstellen – und unter Umständen eine alternative Betreuung für ihre Kinder suchen.

Mit den Streiks will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ebenso wie ver.di und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihren Positionen in den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder Nachdruck verleihen. Die bisherigen Verhandlungen blieben ohne Ergebnis, die nächste Tarifrunde wird es am 16. und 17. März geben.

„Wir fordern eine Tabellenerhöhung um 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro“, fasst die Schweriner verdi-Gewerkschaftssekretärin Karin Eckel die Hauptforderung aller Gewerkschaften im öffentlichen Dienst zusammen. Angestrebt werden außerdem eine verbindliche Übernahmeregelung und mehr Urlaub für Auszubildende sowie der Ausschluss sachgrundloser Befristungen von Arbeitsverträgen, insbesondere an Hochschulen und in Verwaltungen. Die GEW fordert zudem endlich eine bundesweite tarifliche Eingruppierung für angestellte Lehrkräfte, so Landesvorsitzende Annett Lindner.

Am Mittwoch in Altentreptow (9.45 Uhr, Markt), am Donnerstag in Grimmen (9.30 Uhr, Markt) und am Freitag in Güstrow (9.30 Uhr Markt) wird es nach Demonstrationszügen zentrale Kundgebungen geben. Zur größten Veranstaltung in Güstrow werden allein aus dem Bildungsbereich etwa 2000 Teilnehmer erwartet. Rund 6000 angestellte Lehrkräfte aus den Schulamtsbezirken Rostock und Schwerin sind an diesem Tag zum Streik aufgerufen, dazu kommen rund 3000 Beschäftigte der Universität Rostock, der Hochschule für Musik und Theater sowie der Hochschule Wismar. Keine Auswirkungen wird der Arbeitsausstand dagegen an der Rostocker Unimedizin haben.

Für Grund- und Förderschüler soll trotz des Streiks eine Betreuung an ihren Schulen garantiert werden. Eine entsprechende Vereinbarung, die für den gesamten Monat März gilt, haben die GEW und das Bildungsministerium getroffen. Die Notdienste sollen in erster Linie von verbeamteten Lehrkräften übernommen werden – denn sie haben kein Streikrecht. Wenn es keine oder nicht ausreichend verbeamtete Lehrer gibt, übernehmen angestellte Kollegen die Kinderbetreuung . An weiterführenden Schulen sind laut Bildungsministerium Notdienste nicht erforderlich, sie können nicht angeordnet werden.

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