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Ab in die Natur: Land punktet mit seinen Reizen

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erstellt am 10.Apr.2013 | 11:21 Uhr

Preiswerte Hotelzimmer im modernen Design, Wellnessurlaub nach dem Baukastenprinzip zum Schnäppchentarif ohne viel Luxus: Mecklenburg-Vorpommerns Touristiker setzen in diesem Jahr neue Akzente. Gerade erst öffnete der Rostocker Hotelier und Reeder Horst Rahe mit dem a-ja-Resort in der ersten Strandreihe in Warnemünde das Volkshotel für Jedermann. Rahe, der bereits die Kreuzfahrtbranche umkrempelte und Otto-Normal-Verdiener in die elitäre Kreuzfahrergilde einführte, mischt die Branche auf: Übernachtung wie in einem teuren Hotel, nur günstig - mit diesem Anspruch will die neue Marke a-ja eine bezahlbare Alternative zu Pauschalreisen in den Mittelmeerraum bieten. Sein Konzept: Die Gäste bezahlen nur das, was sie auch nutzen.

Und auch den einstigen Gründer der Astron-Hotelkette zieht es an die Küste: Ab Herbst will Dieter Müller mit dem ersten Motel One-Haus in MV auch Billighotels an der Ostseeküste salonfähig machen. Mecklenburg-Vorpommern geht in die Breite und nimmt neue Gästegruppen in den Blick. Zum diesjährigen Saisonauftakt "ein starker Aufschlag für Mecklenburg-Vorpommern", freut sich Bernd Fischer, Chef des Tourismusverbandes MV. Die neuen Hotelangebote würden das Sehnsuchtsziel Ostsee zu einem günstigen Preis bieten. "Das erweitert das Angebot und bringt neue Gäste ins Land", hofft Fischer.

Die Hotelbuchungen für dieses Jahr lassen hoffen: Die Branche setzt auf Wachstum. "Nach 27,94 Millionen Übernachtungen im Jahr 2012 hoffen wir, in diesem Jahr die 28 Millionen-Marke durchbrechen zu können", sagte Jürgen Seidel, Vorsitzender des Tourismusverbandes gestern zum offiziellen Saisonauftakt in Stralsund. Die bislang meisten Übernachtungen im Nordosten hatte es 2009 mit 28,4 Millionen gegeben. Auch wenn sich die Hoteliers zu den Osterfeiertagen etwas mehr erhofft hatten, Fischer gibt sich gelassen: "Nicht jeder Regen macht uns nass. Am Ende des Jahres wird gezählt." In den ersten Monaten registrierten die Hotels inzwischen bei den Vorbuchungen zweistellige Zuwachsraten. Drei von vier Hoteliers im Land verweisen auf gute bis sehr gute Buchungsstände für den Sommer, ergab eine Umfrage. Bereits zu Jahresbeginn registrierten die Hoteliers mit 823 000 Übernachtungen den besten Januar seit der Wende - plus 9,7 Prozent. Zufriedenheit an der Rezeption: Bei knapp einem Drittel der Hotels und Pensionen im Land liefen die Geschäfte im ersten Quartal besser als ein Jahr zuvor. Motivationsschub auch bei den Beschäftigten: Ende vergangenen Jahres hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf eine 17-prozentige Lohnsteigerung in den kommenden zwei Jahren geeinigt. Jetzt solle der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärte werden. "Damit hat niemand mehr die Chance, unter Tarif zu zahlen", begrüßte Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph gestern die Pläne. "Der Schlüssel zum Erfolg der Branche sind die Mitarbeiter in den Unternehmen."

Ab in die Natur: Die Touristiker besinnen sich indes auf die Reize des Landes. "Natur und Kultur - die Mischung zieht an", hofft Fischer. Da wolle die Branche neue Akzente setzen. "Mecklenburg-Vorpommern ist mehr als am Strand im Sand zu liegen." Mit dem Festspielfrühlings auf Rügen sei bereits ein "erster Aufgalopp gelungen", meint Fischer. Im Sommer zieht Europas größter Reiseveranstalter Tui nach. Natur, Ruhe, mit regionaler Öko-Küche abseits der Massenherbergen: Der Branchenprimus will in der Mecklenburgischen Seenplatte sein erstes Viverde-Hotel Deutschlands eröffnen - mit Vier-Sterne-Standard und Gästebetten in 48 Bungalows direkt am Drewitzer See. Das liegt im Trend: Immer mehr Menschen wollten einen naturnahen Urlaub verleben, weiß Fischer. 40 Prozent der Deutschen gaben an, natur- und umweltbewusster reisen zu wollen, so eine Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Der Anteil steigt: Im vergangenen Jahr waren erst 31 Prozent auf dem Naturtrip. "Das passt zu Mecklenburg-Vorpommern", meint Fischer. Das Land biete dafür mit drei Nationalparks die besten Voraussetzungen, erklärte Verbandsvorsitzender Seidel. Auch im neuen Naturerbe-Zentrum Rügen: mit dem neuen Baumwipfelpfad in Prora, der ab Sommer öffnen wird. Fischer: "Damit kann MV punkten."

Bäderarchitektur, Seefahrerleben, Bauernhausromantik - zurück zu den Wurzeln. Nach den Milliardeninvestitionen der vergangenen Jahrzehnte kommt die Branche in diesem Jahr in die Regionen zurück. Im Mai sollen bei einer internationalen Tagung in Heiligendamm zum Thema Bäderarchitektur die regionalen Besonderheiten herausgestellt werden, kündigte Fischer an. Im Wettbewerb um die Urlauber wolle sich MV stärker mit typischen Sachen von anderen Urlaubsregionen abheben. Bei der Brauchtumspflege sei in den vergangenen Jahren viel verloren gegangen, erklärte der Verbandschef. Das solle wiederbelebt werden. "Da schlummert noch viel", glaubt Fischer.

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