Erneuerbare Energien : 7,6 Millionen Euro für Ökoenergie-Forschung

Das Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (Leea) in Neustrelitz
Das Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (Leea) in Neustrelitz

Gegen die Forschungsmittel des Bundes für das Kernfusionsprojekt „Wendelstein 7-X“ in Greifswald nimmt sich das Energieforschungsprogramm des Landes eher bescheiden aus. Aber es ist ein Zeichen.

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18. November 2015, 08:00 Uhr

Die Landesregierung in Schwerin will neben der Ökostrom-Produktion auch Forschung und Lehre im Bereich Erneuerbare Energien vorantreiben. Für ein Energieforschungsprogramm des Landes sollen 7,6 Millionen Euro eingesetzt werden, teilten Energieminister Christian Pegel und Bildungsminister Mathias Brodkorb (beide SPD) gestern mit. „Wir haben das ehrgeizige Ziel, den Beitrag des Landes an der deutschen Stromproduktion gemäß unserem Flächenanteil mittelfristig auf 6,5 Prozent zu steigern. Das wird nur mit einer intensiven wissenschaftlichen Flankierung gelingen“, sagte Pegel. Wichtige Forschungsbereiche seien dabei Energiespeicherung, Netzstabilität und Biomasse-Verwertung.

Sechs Millionen Euro stammen aus dem Sozialfonds der EU, aus dem Mecklenburg-Vorpommern von 2014 bis 2020 insgesamt 385 Millionen Euro erhält. Diese sechs Millionen werden vom Energie- in das Bildungsministerium umgeschichtet. Von dort kommen weitere 1,6 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt und der Großgeräteförderung. Das Geld diene unter anderem der Finanzierung von jeweils einer zusätzlichen Professur in Rostock und Stralsund, sagte Brodkorb. Damit könnten Forschung und Studienangebote erweitert werden. „Von den Forschungsergebnissen an den Hochschulen profitieren die Unternehmen der Branche im Land, weil die Forschungsprojekte zielgerichtet an deren Bedürfnissen ausgerichtet sein sollen“, erklärte Brodkorb. Über die Vergabe der Mittel entscheide eine Jury.

Voraussichtlich Anfang 2016 werde es die ersten Ausschreibungen geben. „Wir brauchen gute Anträge, damit das Geld fließen kann.“

Der Rektor der Universität Rostock, Professor Wolfgang Schareck, und der Stralsunder Hochschulrektor Professor Falk Höhn begrüßten das Forschungsprogramm. Damit mache das Land erneut deutlich, dass die Erneuerbaren Energien ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Zukunft für Mecklenburg-Vorpommern seien. So werde mit Hilfe der Landesmittel an der Fachhochschule Stralsund der übergreifende Bachelorstudiengang „Regenerative Energien“ um 14 auf 65 Studienanfängerplätze erweitert.

In Rostock sollen künftig etwa 100 statt bisher 93 Studienanfänger im Bereich Elektrotechnik ein Studium aufnehmen können.

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