30 Monate Haft für Ex-Trainer in Gnoien

Der Fall sorgte im Oktober für Wirbel: Ein 73-jähriger Fußballtrainer des Gnoiener SV war im Sportlerheim erwischt worden, als er einen 14-jährigen Jungen belästigte. Das sollte ihm nun zum Verhängnis werden.

svz.de von
31. Januar 2013, 02:25 Uhr

Der Fall sorgte im vergangenen Oktober für Wirbel: Ein 73-jähriger ehemaliger Fußballtrainer des Gnoiener SV war im Sportlerheim erwischt worden, als er einen 14-jährigen Jungen belästigte. Im Verein wusste man längst Bescheid, dass der Mann eine "Neigung zu kleinen Jungs" hat. Das Training mit Kindermannschaften war ihm deshalb bereits verboten worden. Der Vorfall im Sportlerheim sollte ihm nun aber zum Verhängnis werden. SV-Vorsitzender Ottmar Schug stellte Strafanzeige. Als Polizei und Staatsanwaltschaft herausfanden, dass der Ex-Trainer den Jungen offenbar seit März 2011 mehrfach sexuell missbraucht hatte, wurde der Gnoiener verhaftet.

Das Amtsgericht Güstrow verurteilte den Rentner jetzt zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen. Wie eine Gerichtssprecherin gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei der 73-Jährige für einen fünften Fall freigesprochen worden. Damit will sich die Staatsanwaltschaft aber nicht zufrieden geben. Sie ist inzwischen in Berufung gegangen, wie Staatsanwältin Maureen Wiechmann mitteilt. Ob auch die Verteidigung, die für eine Bewährungsstrafe plädiert hatte, das Urteil anzweifelt, stand noch nicht fest.

SV-Vorsitzender Schug erfuhr von dem Urteil gestern von unserer Zeitung. "Auf keinen Fall darf es nur eine Bewährungsstrafe geben. Dafür ist zu viel vorgefallen. Eine ganz abscheuliche Geschichte ist das", war die erste Reaktion des Vereins-Chefs. Der Vorstand hat den Ex-Trainer inzwischen aus dem Verein ausgeschlossen und ihm auch seine Ehrenmitgliedschaft aberkannt. Der 73-Jährige sitzt weiter in Haft, weitere Vergehen seien bei den Ermittlungen nicht ans Licht gekommen, so Staatsanwältin Wiechmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen