Bildung MV : 240 Lehrer für Inklusion

Behinderte, lernschwache und verhaltensauffällige Kinder sollen nicht in Sonderschulen lernen, sondern in herkömmlichen Klassen. In MV werden sie schon seit Jahren weitgehend in Regelschulen eingegliedert. Jetzt soll es zusätzliche Lehrer geben.
Behinderte, lernschwache und verhaltensauffällige Kinder sollen nicht in Sonderschulen lernen, sondern in herkömmlichen Klassen. In MV werden sie schon seit Jahren weitgehend in Regelschulen eingegliedert. Jetzt soll es zusätzliche Lehrer geben.

Land schafft zusätzliche Lehrerstellen für den Unterricht von Kindern mit Handicap an Regelschulen.

svz.de von
24. September 2015, 21:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den gemeinsamen Schulbesuch behinderter und nichtbehinderter Schüler mit zusätzlichen Lehrern. Bis zum Jahr 2020 sollen 240 Stellen geschaffen werden, teilte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) am Donnerstag in Schwerin mit. Außerdem wolle das Land mindestens 15 Millionen Euro EU-Mittel für notwendige Investitionen an Schulen bereitstellen.

Auf diesen Weg zur Inklusion, die von der UN-Behindertenrechtskonvention verlangt wird, hätten sich die Fraktionsspitzen von SPD, CDU und Linken sowie Vertreter der Regierung am Dienstag geeinigt. Die Grünen tragen den Kompromiss nicht mit.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Suhr sagte, bei den 240 Stellen handele es sich nicht um zusätzliche Stellen. Sie stünden bereits im Entwurf des Landes-Doppelhaushalts 2016/17 und seien bislang für die reguläre Unterrichtsversorgung vorgesehen. „Sie sollen nun lediglich für die Inklusion umgewidmet werden.“ Das sei der Versuch, die Inklusion zum Nulltarif zu bekommen, und das könnten die Grünen nicht mittragen. Oppositionsführer Helmut Holter (Linke) lobte hingegen die beschlossenen materiellen Grundlagen.

Auch die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen würdigten den Kompromiss. CDU-Fraktionschef Vincent Kokert hob hervor, auch besonders leistungsstarke und begabte Kinder verdienten eine bestmögliche Förderung. „Daher bin ich besonders froh, dass wir uns im Rahmen des Inklusionsfriedens auch auf eine verbesserte Ausstattung der Gymnasien verständigt haben“, sagte er. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Nieszery würdigte die langfristige Planbarkeit der Schulpolitik im Land, die mit der Vereinbarung erreicht worden sei.

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