Medienlandschaft MV : Politik will Medien im Land stärken

Wie sieht die Zukunft der Medien im Land aus? Der Landtag will über diese Frage diskutieren.
Wie sieht die Zukunft der Medien im Land aus? Der Landtag will über diese Frage diskutieren.

Landtag will über Perspektiven und Finanzierungsmodelle des Journalismus reden

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07. März 2016, 21:00 Uhr

Die Zukunft und Perspektiven der Medienlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern spielen am Mittwoch im Landtag eine zentrale Rolle. Auf Antrag der Grünen soll darüber diskutiert werden, „was die Landesregierung tun kann, um die Medien im Land zu erhalten, beziehungsweise auszubauen“, sagte Landesfraktions-Chef Jürgen Suhr am Montag. Die CDU könne sich auch eine Finanzierung mit öffentlichen Mitteln vorstellen.

„Der Journalismus muss weiterhin die Möglichkeit haben, seine Aufgaben wahrzunehmen“, so Suhr. Durch die Medienkonzentration werde das zunehmend schwieriger. Die Redaktionen in MV seien „stark ausgedünnt“. Auch Helmut Holter, Vorsitzender Linken-Landtagsfraktion, sieht die Situation in den Redaktionen „mit Sorge“. „Es wächst der Arbeitsdruck auf die Journalisten, nicht nur bei der Zeitung“, so Holter. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass die Landesregierung entgegen einem Beschluss von 2008 nicht jedes Jahr einen Bericht zur Entwicklung der Medienlandschaft in MV vorgelegt hätte.

Um die Medienhäuser in MV zu sichern, könnte sich Vincent Kokert, Chef der CDU-Landtagsfraktion, auch ein Finanzierungsmodell ähnlich wie das des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorstellen. „Wir müssen über alternative Mittel wenigstens einmal nachdenken“, so Kokert. Einen Eingriff in die Pressefreiheit sehe er darin nicht. „Wir wollen eine unabhängige Berichterstattung sicherstellen.“, sagt Kokert. In Dänemark etwa gebe es staatliches Geld, um den Medienpluralismus zu gewährleisten. Die Besetzung des bewilligenden Gremiums garantiere, dass eine politische Einflussnahme ausgeschlossen ist. Die Initiative „Unser Land braucht seine Zeitung“ mahnte vergangene Woche den Landtag mehr Einsatz für die Pressefreiheit zu zeigen. „Immer neue Sparmaßnahmen gefährden zunehmend eine sorgfältige und qualifizierte Berichterstattung und damit eine wichtige Säule der Demokratie“, heißt es in ihrem Schreiben.

Kokert, der seine Ideen beim Medienpolitischen Stammtisch der Gewerkschafts-Initiative „Unser Land braucht seine Zeitungen. Qualität und Vielfalt sichern“ heute in Schwerin diskutieren will, zeigte sich besorgt über den Konzentrationsprozess in der deutschen Verlagslandschaft.

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