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Landtag MV : Plünderer erschießen? Aufregung über AfD-Abgeordnete

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit einem Facebook-Eintrag hat die Abgeordnete Christel Weißig im Landtag für Empörung gesorgt.

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 20:45 Uhr

Der Facebook-Eintrag der AfD-Abgeordneten und Alterspräsidentin des Landtags, Christiel Weißig, in dem sie als Reaktion auf die G20-Krawalle den Einsatz von Schusswaffen gegen Plünderer ins Gespräch brachte (wir berichteten), hat am Donnerstag im Landtag für Empörung gesorgt. Politiker anderer Parteien reagierten mit teils heftigen Worten. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Jochen Schulte, sagte in Anspielung auf eine frühere Äußerung der AfD-Vize-Vorsitzenden Beatrix von Storch: „Erst soll auf Flüchtlinge und ihre Kinder an den Grenzen geschossen werden, jetzt auf Extremisten im Hamburger Schanzenviertel – wer kommt als nächstes dran?“ Der Innenexperte der Linksfraktion, Peter Ritter, sagte, Weißig werde von seiner Fraktion nicht mehr als Alterspräsidentin akzeptiert. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sprach davon, dass     die AfD „Scharia-Methoden“ einführen wolle.

Die 71-jährige Landtagsabgeordnete aus Rostock hatte am Morgen des 8. Juli nach den Krawallen in Hamburg gepostet: „Plünderer werden sofort erschossen, warum gilt das nicht bei uns?“ Fraktionssprecher Henning Hoffgaard bestätigte gestern den Post. Weißig habe den Satz fünf bis sechs Stunden später wieder gelöscht, sagte er.

Allerdings war der Beitrag tatsächlich noch bis in den frühen Nachmittag des 11. Juli zu lesen. Unserer Zeitung stand Frau Weißig am Morgen des 11. Juli dazu noch Rede und Antwort. In einem Statement der Fraktion heißt es, Weißig habe auf die Krawalle in ihrer Geburtsstadt sehr emotional reagiert. „Mit einer überspitzt formulierten Frage wollte sie darauf aufmerksam machen, dass der Staat angesichts derart menschenverachtender Gewalt machtlos ist.“ Sie halte Plünderungen für verabscheuungswürdige Verbrechen, die mit der ganzen Härte des Rechtsstaats verfolgt werden müssten.

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