Wirtschaft : Pleite der P+S-Werften: Klage abgewiesen

Die Pleite der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast liegt Jahre zurück und hat Gerichte beschäftigt. Anno 2019 gibt es eine Entscheidung zu hohen Schadenersatzforderungen. Eine Klage hat in Hamburg - vorerst - keinen Erfolg.

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24. Januar 2019, 16:07 Uhr

Das Hamburger Landgericht hat eine Schadenersatzklage der Bremer Hegemann-Gruppe gegen die Unternehmensberatung KPMG im Zusammenhang mit der einstigen P+S-Werftenpleite abgewiesen. KPMG habe in einem damaligen Sanierungsgutachten Fehler gemacht, aber auch wenn es diese nicht gegeben hätte, wären die vorpommerschen Werften in die Insolvenz gegangen, teilte ein Gerichtssprecher zur Entscheidung in dem zivilrechtlichen Prozess mit. Die streitenden Parteien können vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Berufung gehen.

Schaden von mehr als 300 Millionen Euro

Die Schiffbaugruppe aus Bremen war nach Angaben des Gerichtes mit Darlehenssicherheiten bei P+S engagiert, die zur Jahreswende 2009/10 zur Verlängerung anstanden. Dies sei auf Grundlage des positiven KPMG-Sanierungsgutachtens auch erfolgt. Die Hegemann-Sicherheiten seien auch bei einem fehlerfreien Gutachten verloren gewesen, befand die Kammer. Die damalige Liquiditätslücke hätte auch nicht durch ein alternatives Gutachten geschlossen werden können. Hegemann ging von einem Schaden von mehr als 300 Millionen Euro aus. KPMG hatte verlangt, die Klage abzuweisen. Die P+S-Werften waren Ende 2012 in die Insolvenz gegangen.

Weiterlesen: Pleite der P+S-Werften: Kein Schadenersatz für Zulieferer

Im Prozess hatte die Kammer ihre mögliche Klageabweisung auch mit einer Unterbrechung der „Kausalitätskette“ begründet. Terminverzögerungen beim Schiffbau, Zahlungsausfälle oder Lieferschwierigkeiten seien später aufgetretene Probleme, die man nicht KPMG zurechnen könne, hieß es.

Nach der P+S-Pleite waren insgesamt Forderungen von 1,22 Milliarden Euro angemeldet worden. Auslöser der Insolvenz war letztlich der Bau von zwei Fähren für die Reederei Scandlines, die mehrere Hundert Tonnen zu schwer waren. Auch der P+S-Insolvenzverwalter fordert Schadenersatz von KPMG - wegen Fehlern im Sanierungsgutachten.

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