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Psychotherapeuten in MV : Platz auf der Couch erst im halben Jahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor allem auf dem Land lange Wartezeiten auf Psychotherapeuten-Termine

svz.de von
erstellt am 29.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen – doch Ersttermine beim Psychotherapeuten sind vielerorts nach wie vor Mangelware. Zu dieser Bewertung kommt die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Karen Stramm, die bei der Landesregierung in einer Kleinen Anfrage den Stand der psychotherapeutischen Versorgung im Land erfragt hat.

Das Sozialministerium beurteilte in seiner Antwort die psychotherapeutische Versorgung als „grundsätzlich positiv“. Stramm allerdings hat in ihrem Wahlkreis Ludwigslust-Parchim andere Erfahrungen gemacht: „Das dauert schon mal sechs Monate und noch länger, bis man einen Termin bekommt.“ Auch in den Regionen Demmin und Uecker-Randow fehlten Therapeuten in Größenordnungen, Patientinnen und Patienten hätten dort denkbar schlechte Heilungschancen. „Überall wird die Kostenexplosion durch Frühverrentungen beklagt – doch es wird noch viel zu wenig getan, um die Leute behandeln zu lassen und so zu vermeiden, dass sie in Rente geschickt werden“, beklagt die Linken-Politikerin.

Der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes (KVMV) liegen keine belastbaren Zahlen zu Wartezeiten auf einen Ersttermin beim Psychotherapeuten vor. „Unser Eindruck ist aber, dass sich die Wartezeit durch die gestiegene Anzahl der Psychotherapeuten verringert hat“, so KVMV-Sprecherin Kerstin Alwardt. Durch eine Änderung der ärztlichen Bedarfsplanung konnten im vorletzten Sommer 68 neue Stellen ausgeschrieben werden. Im Oktober 2014 waren 293 Psychotherapeuten für MV zugelassen, für weitere 24 bestanden noch Zulassungsmöglichkeiten, überwiegend in ländlichen Regionen, so Alwardt. Sie versichert, dass alles getan werde, um die freien Stellen zu besetzen: „Wir nutzen dabei die persönliche Beratung, veröffentlichen die Niederlassungsmöglichkeiten im KV-Journal oder auch im Internet, um nur einige Aktivitäten zu benennen.“ Bei Psychotherapeuten, die in bestimmten Planungsbereichen keine Zulassung erhalten hätten, weil diese gesperrt sind, würde man versuchen, sie in andere Regionen umzuleiten.

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