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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 12:29 Uhr

Plattsnacker in Sprachnot

vom

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erstellt am 04.Nov.2013 | 07:14 Uhr

Rostock | Die Zahl der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die aktiv die plattdeutsche Sprache sprechen, sinkt. Nach vorsichtigen Schätzungen könnten es noch etwa 15 Prozent der Mecklenburger und Vorpommern sein, sagte der Rostocker Professor für Niederdeutsche Sprache und Literatur, Andreas Bieberstedt, vor der Verleihung des Fritz-Reuter-Literaturpreises 2013 am kommenden Donnerstag in Stavenhagen. Damit stehe Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit Schleswig-Holstein noch ganz gut da. Es sei aber klar, dass das Platt keine alltägliche Umgangssprache mehr ist, sondern eine Kultursprache. "Es ist eine bewusste Entscheidung, Plattdeutsch zu lernen", sagte Bieberstedt. Im kleinen Maßstab könne sie erhalten werden, wenn man sich wirklich dafür engagiert.

Inzwischen gebe es verbreitete Bemühungen, das Plattdeutsche zu unterstützen, dessen Geschichte spätestens im 8. Jahrhundert beginnt.

In Hamburg etwa werde es an den Schulen angeboten. Die Förderung des Niederdeutschen ist in Mecklenburg-Vorpommern in der Landesverfassung und im Schulgesetz verankert. Zudem gebe es Projekte in Kindertagesstätten. Es sei erkannt worden, dass diese Sprache zur Kultur gehöre und gepflegt werden müsse. "Wenn das in der Schule nicht vermittelt wird, dann stirbt das aus. Dann fehlt ein Stück regionaler Geschichte", sagte Bieberstedt.

Vor wenigen Jahrzehnten sei das im norddeutschen Sprachraum anders gewesen. "Noch bis in die 1960er Jahre hinein war das Plattdeutsche die erste Sprache, die die Kinder lernten, das Hochdeutsche kam später hinzu", sagte Sprachenprofessor Andreas Bieberstedt. Die Eltern von 1960 und 1970 waren die ersten, die das Niederdeutsche nicht mehr weitergegeben haben.

Sie haben gesagt, unsere Kinder sollen Hochdeutsch lernen, der Dialekt galt als chancenmindernd. "Das hat sich wieder gedreht, inzwischen gilt es wieder als zusätzliche Eignung, wenn jemand Niederdeutsch spricht", betonte Bieberstedt. Jugendliche, die heute Plattdeutsch lernen, gelten als heimat- und sprachinteressierte Menschen.

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