Platanen sind erkrankt

Der Eichenast vor dem Schnitt.
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Der Eichenast vor dem Schnitt.

svz.de von
05. Juli 2012, 06:47 Uhr

Wittenberge | Mitarbeiter aus dem Betriebshof setzen an Platanen in der Sandfurt trift die Sägen an. "Das hat in den vergangenen Tagen für Unruhe gesorgt und Fragen aufgeworfen", sagt Werkleiter Andreas Grieswald und bezieht sich dabei auf Nachfragen von Bürgern. So mancher vermute den Sinn der Aktion auch darin, dass sie den Nestern der dort brütenden Krähen gilt.

Nein, weist Grieswald diese Gedanken zurück, auch wenn Bäume betroffen sind, auf denen Saatkrähen nisten. Er erklärt: "Die großen Platanen an der Sandfurttrift sind von der Massaria-Krankheit befallen. Wir müssen zügig handeln, denn der Pilz breitet sich sehr schnell aus." Bekannt ist laut Grieswald, dass der Erreger ältere Platanen bevorzugt. "Bisher hatten wir einfach Glück, dass nichts passiert war." Um die Krankheit einzudämmen, "müssen die Mitarbeiter die betroffenen toten Äste weit zurückschneiden bis ins gesunde Holz hinein", erklärt er das Vorgehen. Man sieht den Bäumen die Eingriffe an, "aber es ist der einzige Weg". Da die Massaria-Krankheit die Totholzbildung bei den Platanen enorm beschleunige, "werden wir künftig im Abstand von nur wenigen Wochen Kontrollen vornehmen müssen". Bislang fanden Inspektionen in Jahresrhythmen statt, und das reichte auch aus.

Seit dem 1. April kann der Betriebshof bei der Pflege der städtischen Bäume auf zwei zusätzliche Mitarbeiter zurückgreifen. Das Jobcenter hat die bis zum 31. März nächsten Jahres befristete Einstellung gefördert.

Werkleiter Grieswald spricht von einer guten Lösung. Auf die Nachfrage des "Prignitzers", wieso ungelernte Kräfte im Baumschnitt eingesetzt werden, der ja Fachwissen erfordert, erklärt der Werkleiter, die Kollegen seien nicht das erste Mal in diesem Metier tätig, hätten auch Qualifizierungslehrgänge besucht.

Auch deshalb ist es nach den Worten von Grieswald falsch, in Bezug auf eine im Bentwischer Weg gestutzte Eiche Zweifel am fachmännischen Schnitt anzumelden. Einen entsprechenden Hinweis hatte der "Prignitzer" in den zurückliegenden Tagen erhalten.

Grieswald erläutert zu der besagten Eiche: "Wir hatten keine andere Möglichkeit, mussten den Baum so weit zurückschneiden. Wir hoffen, ihn damit für einige weitere Jahre gerettet zu haben", und verteidigt die Art des Rückschnitts mit der großen offenen Wundfläche. Zum Hinweis eines "Prignitzer"-Lesers, der Astschnitt müsste versiegelt werden, meint der Betriebschef, das sei heute bei dieser Art Baum nicht mehr üblich.


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