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Für den Notfall gewappnet : Pipeline-Zentrallager entsteht in Lubmin

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Der Betreiber der Ostseepipeline steuert von Lubmin aus die Offshore-Wartungs- und Reparaturmaßnahmen an der Erdgastrasse. Hier soll ein Zentrallager für die Lagerung von Ersatzrohren und Ersatzteilen errichtet werden.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 11:29 Uhr

Lubmin | Der Betreiber der Ostseepipeline Nord Stream steuert künftig vom deutschen Anlandepunkt in Lubmin aus die Offshore-Wartungs- und Reparaturmaßnahmen an der 1200 Kilometer langen Erdgastrasse. Für rund 5,5 Millionen Euro soll dafür bis Herbst 2012 ein Zentrallager für die Lagerung von 480 Ersatzrohren und wichtigen Ersatzteilen errichtet werden, sagte der Betriebsmanager von Nord Stream, Peter Massny, gestern in Lubmin. Die 188 Meter lange Halle sei erforderlich, um die erforderliche Ausrüstung für 50 Jahre witterungsgeschützt lagern und im Fall einer Havarie dann bereitstellen zu können.

Eine mögliche Beschädigung der Pipeline ist Nord Stream zufolge "äußerst unwahrscheinlich", könne aber nicht ausgeschlossen werden. In seinen "worst case"-Szenarien geht der Pipelinebetreiber von einer Beschädigungswahrscheinlichkeit von einem Fall in 100 000 Betriebsjahren aus. Hier geht es etwa um die Verzerrung der Pipeline durch einen ankernden Tanker. Eigentlich seien die Rohre aber "unkaputtbar", sagte Massny. Der erste Leitungsstrang der als Doppelstrang geplanten Unterwasserpipeline ging im November 2011 in Betrieb. Seitdem strömten rund drei Milliarden Kubikmeter Gazprom-Erdgas nach Deutschland und in das westeuropäische Verbundnetz. Von Lubmin aus sollen nun für die 50-jährige Betriebsdauer alle anfallenden Reparatur- und Wartungsarbeiten für die gesamte Pipeline koordiniert werden. Für den Betrieb der Halle wurde die Firma Gascade - ehemals Wingas Transport - beauftragt, die mit sechs Mitarbeitern bereits am Standort arbeitet, wie Massny sagte. Weitere Arbeitsplätze seien nicht geplant. Ein zweites, wesentlich kleineres Lager ist in Wyborg, dem russischen Anlandepunkt, in Betrieb.

Bereits im April sollen in Lubmin die Bauarbeiten für die 188 Meter lange, 34 Meter breite und zehn Meter hohe Halle beginnen. Bis Juni errichtet die Güstrower Firma Stahlbau Stieblich mit 50 Mitarbeitern das Betonfundament.

Der Pipelinebauer Nord Stream hatte anfangs auch den Fährhafen Sassnitz-Mukran als Zentrallager-Standort in Erwägung gezogen. Dort wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 120 000 Rohre mit Beton ummantelt. Letztendlich habe sich Nord Stream wegen der Anlandestation für Lubmin entschieden, sagte Massny. Die 480, jeweils rund 30 Tonnen schweren Spezialrohre - insgesamt mehr als 20 verschiedene Typen - wurden bereits produziert und lagern derzeit in Mukran.

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