zur Navigation springen

Einweihungsfeier in Lubmin : Pipeline-Party mit Merkel und Medwedew

vom

Festzelte stehen am Anlandepunkt der Ostsee-Pipeline in Lubmin für den Festakt zur Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream am kommenden Dienstag. An Lubmin wird die ganze Veranstaltung praktisch vorbeigehen.

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2011 | 09:51 Uhr

Lubmin | Gern hätte Thilo Siegert die Häppchen für Kanzlerin Angela Merkel und Kreml-Chef Dimitri Medwedew serviert, doch diesen großen Fisch hat der Lubminer Caterer nicht an Land gezogen. Das Buffet für die hohen Gäste der Einweihungsfeier für die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream am kommenden Dienstag wird von auswärts angeliefert. Siegert und seine Firma Theater Catering Greifswald bewirten dafür die Crew aus Gerüstbauern, Elektrikern und Hostessen mit Suppen und Schnittchen.

"Ich bin glücklich, dass ich ein Stück vom großen Kuchen abbekommen habe", sagt Siegert mit Blick darauf, dass er einer der wenigen Lubminer ist, die überhaupt etwas von der Party mitkriegen werden. Denn der Festakt findet unter hohen Sicherheitsauflagen einige Kilometer vom Ort entfernt auf dem Industriehafengelände statt. Dort ist die Anlandestation für die Ostseepipeline aus Russland, und dort werden Merkel und Medwedew symbolisch den Hahn aufdrehen. Für die anschließenden Feierlichkeiten stehen schon seit Tagen fünf bis zu 15 Meter hohe, schneeweiße Zelte, die aussehen wie überdimensionale Iglus.

Am Buffet werden nach Angaben des Veranstalters Nord Stream neben Merkel und Medwedew auch die Ministerpräsidenten von Frankreich und den Niederlanden erwartet, François Fillon und Mark Rutte. Für die rund 420 Gäste aus Politik und Wirtschaft wurden eigens mehrere Hubschrauberlandeplätze eingerichtet. An Lubmin wird die ganze Veranstaltung praktisch vorbeigehen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Lubmin, Axel Vogt (CDU), freut sich dennoch. Er hat eine Einladung zum Fest - für ihn "eine Ehre". "Wann kommt man schon mal Staatschefs so nahe", fragt er und betont: Die Ostseepipeline sei als Projekt bei der Lubminer Bevölkerung völlig akzeptiert. Auch deshalb sei die Party - trotz großer Präsenz von Polizei und internationalen Medienvertretern - ein ganz anderes Ding als die Castor-Transporte, mit denen Lubmin vor rund einem Jahr in die Schlagzeilen kam. "Ich denke schon, dass Lubmin damit in einem positiven Licht erscheinen wird", sagt Vogt. Das - und die zu erwartenden Steuereinnahmen - ist noch nicht alles an Vorteilen aus seiner Sicht. Nord Stream und die an der Pipeline beteiligte Firma Wingas haben sich in der Gemeinde längst finanziell engagiert: Laptops für die Kita, Sportsponsoring und zuletzt der Rückkauf von historischen Güterwaggons, die jetzt vor dem Bürgermeisterbüro im alten Bahnhof stehen. "Echte Schmuckstücke", schwärmt Vogt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen