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Stasi-Beauftragte in MV : Pingel-Schliemann ist die Favoritin

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Als neue Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in MV ist die Politikwissenschaftlerin Sandra Pingel-Schliemann im Gespräch. Sie gilt in SPD-Führungskreisen als Favoritin für das Amt.

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erstellt am 28.Apr.2013 | 06:23 Uhr

Schwerin | In die Suche nach einem neuen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist Bewegung gekommen. Nach Informationen unserer Redaktion gilt die promovierte Politikwissenschaftlerin Sandra Pingel-Schliemann in führenden SPD-Kreisen als Favoritin für das Amt. Die Sozialdemokraten haben das Vorschlagsrecht für den Posten. Bildungsminister Mathias Brodkorb, zu dessen Bereich die Stelle gehört, wollte dies weder bestätigen noch dementieren. "Zu Personalentscheidungen äußere ich mich nicht öffentlich", sagte er.

Die Neubesetzung der Stelle war notwendig geworden, nachdem die bisherige Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marita Pagels-Heineking, im Januar angekündigt hatte, im kommenden August nicht wieder für das Amt anzutreten. Damit endet ihre Amtszeit nach fünf Jahren am 11. August 2013.

Ihre Stellvertreterin, Anne Drescher, hatte bereits ihren Verzicht auf das Amt erklärt. "Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung" , bestätigte sie auf Anfrage unserer Redaktion.

Aus SPD-Kreisen hieß es: "Frau Pingel-Schliemann ist eine anerkannte Wissenschaftlerin." Ihr Buch "Zersetzen. Strategie einer Diktatur" gehört zu den Standardwerken der Aufarbeitung der DDR und des Staatssicherheitsdienstes. Die 39-Jährige, die in der Nähe von Schwerin wohnt, hat seit Jahren für die Behörde des Landesbeauftragten wissenschaftlich gearbeitet.

Sie ist seit mehr als zehn Jahren engagiertes Mitglied der SPD und hat sich auch in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus einen Namen gemacht. Allerdings gibt es auch Bedenken gegen ihre Nominierung, denn sie ist mit dem Staatssekretär im Sozialministerium, Nikolaus Voss (SPD), verheiratet. Wegen angeblichem SPD-Filzes in Landesministerien war Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in der Vergangenheit mehrfach kritisiert worden.

Die Nominierung muss noch mit dem Koalitionspartner CDU abgestimmt werden, dann stimmt der Landtag über die Neubesetzung der Stelle ab. Letzter fristgerechter Termin dafür wäre die Plenarsitzung im Juni. Kann der Zeitplan aber nicht gehalten werden, erfolgt die Abstimmung nach der Sommerpause. Anne Drescher müsste die Behörde bis dahin kommissarisch leiten.

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