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Mecklenburg-Vorpommern : Pilzkörbe bleiben fast leer

vom
Aus der Onlineredaktion

Organisatoren von Pilzausstellungen haben es schwer, in den Wäldern genügend Exponate zu finden

Herbstzeit ist Pilzzeit – falls es genügend regnet. In diesem Jahr haben es die Pilzberater schwer, die vielerorts am letzten Wochenende im September stattfindenden Ausstellungen und Wanderungen organisieren. „Wir suchen alle Wälder ab, in denen wir mal viele Pilze gefunden haben“, sagte die Schweriner Pilzberaterin Elfi Hruby. Im Botanischen Garten der Universität Rostock wird nach Angaben von Kustos Dethardt Götze die größte Freiluftschau von Frischpilzen in Deutschland vorbereitet.

An diesem Samstag wird der erste Europäische Pilztag begangen, an dem sich nach Angaben der Veranstalter Einrichtungen in sechs Ländern beteiligen. In Mecklenburg-Vorpommern sind Ausstellungen, Vorträge und Pilzwanderungen unter anderem in Rostock und Schwerin, in Neubrandenburg, Stralsund, Ribnitz, Feldberg und Wismar geplant. „Wegen der trockenen und warmen Witterung werden in diesem Jahr zwar etwas weniger Arten erwartet, darunter jedoch ein paar besondere Arten mit speziellen Anpassungen“, sagte Götze. So würden schon Auswirkungen des Klimawandels im Vergleich zu früheren Ausstellungen erlebbar. Während in anderen Jahren 300 oder 350 Pilzarten gezeigt wurden, rechnet er diesmal nur mit 100. Bei der bereits 38. Landes-Pilzausstellung sollen die in Nordostdeutschland vorkommenden Arten heimischer Großpilze am Samstag und Sonntag präsentiert werden.

Elfi Hruby hält die derzeitige Trockenheit für extrem. „Einige Wälder sind pilzleer“, sagte sie. Sogar Baumpilze gebe es nur wenige. Nur dort, wo es schattig sei und wo Gewitterschauer niedergegangen seien, könne man Pilze finden. Sie rechnet ebenfalls damit, dass zur Ausstellung in der Naturschutzstation Zippendorf am Sonntag an die 100 Arten zusammenkommen. Neben den Pilzen, die als giftig, ungenießbar oder als Speisepilze deklariert werden, ergänzen Schautafeln und Bücher die Ausstellung, auf der mehrere Pilzberater Fragen der Besucher beantworten wollen.

Die Hoffnung auf Pilze müssen Pilzliebhaber in diesem Herbst aber noch nicht aufgeben. Wenn es in den nächsten Tagen regnet, brauchen die Pilze etwa zwei Wochen, um Fruchtkörper zu entwickeln. „Manche Arten schießen dann regelrecht aus dem Boden, etwa Rotfußröhrlinge, Maronenröhrlinge oder Schopftintlinge“, sagte Hruby. Bevor es stärkeren Frost gibt, können auch noch Steinpilze und Pfifferlinge wachsen. Zu den typischen späten Pilzarten gehört Hallimasch.

Ab in die Pilze, aber mit Vorsicht!

Wer Pilze suchen geht, sollte einiges beachten. Die wichtigsten Fragen beantwortet Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie:

Welche Speisepilze sind typisch für Deutschland?

Das sind einige, zum Beispiel Maronenröhrlinge, Steinpilze, Riesenschirmlinge, auch Parasol genannt, Täublingsarten, Wald-Champignons oder Perlpilze. Die Arten findet man in fast allen Waldgebieten.

Wie erkennen Sammler die essbaren Pilze?

Mit Wissen und Erfahrung. Sammler sollten sich mit Literatur auseinandersetzen, auch mal eine geführte Pilzwanderung mitmachen und nur die Pilze zum Essen sammeln, die sie absolut sicher als Speisepilze erkennen. Wer Zweifel hat, ob Pilze essbar sind, sollte lieber einen Pilzsachverständigen aufsuchen. Wichtig ist, dass Sammler unbekannte Pilze so aus dem Boden drehen, dass Knollen und Wurzeln erkennbar bleiben. Für Experten können die ein wichtiges Erkennungsmerkmal sein.

Wie werden Pilze richtig geerntet?

Mit einem scharfen Messer schneiden Sammler sie in Bodennähe sauber ab und legen sie in einen luftdurchlässigen Korb. So fangen sie nicht an zu schwitzen.

 

 

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