zur Navigation springen

Noch ist das Wetter für Pilze zu trocken : Pilzfreunde müssen geduldig bleiben

vom

Es sei ungewöhnlich für diese Jahreszeit, dass es so wenig Pilze gäbe, denn die "eigentliche Pilzsaison beginnt im Juni und dauert bis in die Monate, in denen der Frost einsetzt".

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2013 | 12:20 Uhr

Zippendorf | Gründlich sieht sich Elfy Hruby den Pilz an, der vor ihr liegt. Zuerst die Kappe von oben, dann den Schwamm, der sich auf der unteren Seite des Hutes befindet. Anschließend begutachtet sie noch den Stiel - spätestens jetzt weiß die Pilzexpertin, was für ein Exemplar vor ihr liegt. "Anhand des Stieles, der ja die Wurzel bildet, kann ich den Pilz bestimmen. Allein anhand der Kappe schaffe ich das nicht", erklärt sie. Daher sollten Interessierte ein oder zwei Pilze - mit Stiel - oder nur die Stiele mitbringen, nicht aber einen ganzen gesammelten Korb. "Ich hatte es schon, dass Besucher mit einem Eimer voller Pilze ankamen und am Ende waren es lediglich zwei unterschiedliche Arten, die ich bestimmen konnte."

Jeden Montag bietet Elfy Hruby in der Naturschutzstation am Zippendorfer Strand zwischen 16 und 17 Uhr ihr Fachwissen an. Seit Jahren sammelt sie Pilze. Vom frühen Aufstehen und davon, über Stock und Stein durch den Wald zu laufen, hält sie nichts. "Ich gehe lieber über die Wiesen in Schwerin und Umgebung, da lassen sich auch ausgefallene Pilze finden", sagt die Pilzberaterin. Der Schlossgarten sei ein gutes Pilzrevier, da könne die Suche mit einem gemütlichen Spaziergang verbunden werden. Das momentane Wetter sei aber leider zu trocken, um wirklich viele Pilze zu finden. "Durch diese Trockenheit geht das Myzel, das Fadengeflecht unter der Erde, das die Pilze austreibt, kaputt." Wenn Sammler die Fruchtkörper über der Erde abschneiden, sei das zudem nicht gut für das Wachsen von weiteren Pilzen. "Man sollte den Pilz lieber an der Wurzel herausdrehen oder abpflücken - wie einen Apfel vom Baum. Aber bloß nicht den Pilz aus der Erde wühlen", erklärt die Pilz-Expertin.

Es sei ungewöhnlich für diese Jahreszeit, dass es so wenig Pilze gäbe, denn die "eigentliche Pilzsaison beginnt im Juni und dauert bis in die Monate, in denen der Frost einsetzt", erzählt Hruby. Ein ordentlicher Schauer jetzt würde die Situation für die Sommerpilze verbessern. Momentan können Sommer steinpilze, der echte sowie der falsche Rotfußröhrling, Champignons und Parasole in den Wäldern und auf den Wiesen gesammelt werden. All diese Pilze hat sie schon gefunden - und kann sie mühelos bestimmen. Sollte es aber doch mal schwieriger sein, nimmt sie eines ihrer Fachbücher zur Hand und schlägt nach. "Es gibt bei einigen Sorten so viele Unterarten, die kann ich mir nicht alle merken, wenn ich die Familie bestimmen kann, schaue ich nach. Das ist in Ordnung, denke ich", so die Expertin.

Drei Pilze hat sie als Anschauungsmaterial und zum Vergleichen auf dem Tisch zu liegen. "Diese dürfen aber auf keinen Fall gegessen werden, die sind zu alt." Bei dem einen ist der Hut schon ganz aufgeplatzt, er fühlt sich rau und trocken an. "Wenn die Lamellen, die sich auf der unteren Seite des Hutes befinden, bei solch einem Exemplar zu sehen sind, ist das ein schlechtes Zeichen", erklärt Hruby. Ein solcher Pilz ist dann zu alt und nicht zum Essen geeignet. Perfekt seien Pilze, die eine halbwüchsige Kappe haben, die gerade aufgeht.

Eine sichere Wahl sei der Gang in den Supermarkt. "Klar sind die frischen Pilze von der Wiese besser, aber manche gehen nicht gern sammeln. Dann kann man die abgepackten Champig nons aus dem Laden nehmen und schön zubereiten", meint die Pilzberaterin. Sie selbst nutze diese auch ab und zu mal, wenn keine brauchbaren Pilze zu finden sind. Generell sollten Pilze - gesammelt oder gekauft - nicht an der Luft getrocknet werden, sonst würden diese von innen anfangen zu schimmeln, erklärt sie. Ihr Tipp: Die Pilze in die Ofenröhre legen und diese anheizen, aber nicht auf volle Kraft und die Tür halb aufmachen.

Außergewöhnliche Pilze stellt Elfy Hruby Ende September in der Naturschutzstation Zippendorf aus, die ihr zur Begutachtung gebracht worden sind. "Ich hoffe, dass viele Leute vorbei kommen und uns ihre gesammelten Pilze mitbringen. Im vergangenen Jahr hat das super geklappt", erinnert sich die Pilzkennerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen