Pflegedienst spart Personal : Pflegermangel: 600 Stellen weg

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Seit 1991 wurde im Pflegedienst in MV massiv Personal eingespart

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28. Juni 2015, 21:00 Uhr

Die Zahl der Behandlungen in deutschen Krankenhäusern ist in den Jahren von 1991 bis 2013 um ein Viertel auf 19 Millionen im Jahr gestiegen. Doch in Mecklenburg-Vorpommerns Krankenhäusern sind im selben Zeitraum 600 Stellen in der Krankenpflege gestrichen worden. Das teilte die Deutsche Stiftung Patientenschutz unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes mit. Die Zahl der Stellen sank demnach von 1991 bis 2013 um 7,9 Prozent auf 7000.

Den Angaben zufolge ist der Nordosten überdurchschnittlich vom Stellenabbau betroffen: Im Bundesdurchschnitt ging der Wert nur um drei Prozent zurück. Am Mittwoch hatten Krankenhausbeschäftigte bundesweit gegen Stellenknappheit und Überlastung demonstriert. In Mecklenburg-Vorpommern hatten sich mehr als 1000 Pflegekräfte beteiligt.

Zugleich stieg die Zahl der Stellen für Ärzte in den Krankenhäusern des Landes um 37,5 Prozent auf 3300. Bundesweit betrug das Plus sogar 54,3 Prozent. „Wir haben eher einen Pfleger- als einen Ärztemangel“, bestätigte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Gagzow. Zu viele Mediziner seien es aber aus mehreren Gründen nicht.

Zum einen sei die Zahl der stationären Behandlungsfälle im Land zwischen 1991 und 2013 um rund 20 Prozent gestiegen. Zum anderen habe die Bürokratie extrem zugenommen. So zweifle der Medizinische Dienst der Krankenkassen bei einer Vielzahl von Fällen Dauer, Umfang oder Notwendigkeit der Behandlung an. Die Ärzte müssten dann aufwendig recherchieren und schriftlich darlegen, weshalb welche Behandlung erfolgte. Teilweise seien bis zu 50 Prozent der Behandlungen betroffen, sagte Gagzow. „Da wird aus unserer Sicht übertrieben.“ Zur Qualitätssicherung müsse außerdem bei einem Viertel aller rund 400 000 Behandlungsfälle im Jahr durch die Ärzte ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt werden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte ein Umsteuern für die Pflegekräfte. „Die Akutpflege ist auf Krisenmanagement beschränkt“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Und die Pflege in den Krankenhäusern bleibe hoffnungslos überfordert, wenn sich nichts ändere.

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