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Kundgebung in Schwerin : Pfleger fordern bessere Arbeitsbedingungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutschland altert. Der Fortzug vieler Junger spitzt die Lage in Mecklenburg-Vorpommern noch zu. Es fehlen Fachkräfte, die sich um Senioren kümmern. Gegen drohenden Pflegenotstand demonstrierten Diakonie-Mitarbeiter am Tag der Pflege auch in Schwerin.

svz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 21:15 Uhr

Bessere Rahmenbedingungen für eine würdevolle Pflege im Alter, mehr Geld und eine attraktivere Ausbildung haben mehr als 200 Beschäftigte und Auszubildende der Diakonie in MV bei einer Kundgebung gestern in Schwerin gefordert. Die Diakonie, einer der größten Pflegeanbieter in Deutschland, hatte bundesweit zu einem Aktionstag am Internationalen Tag der Pflege aufgerufen. Das Ziel: eine öffentliche und politische Diskussion über die Pflege anstoßen.

Unter den Demonstranten am Paffenteich war auch Ute Wichering. Die stellvertretende Pflegeleiterin des Altenzentrums Schwesternheimathaus in Stralsund setzte sich dafür ein, dass die Arbeit der Pflegenden mehr Wertschätzung erfährt. „Zu einer würdevollen Pflege gehört auch, dass Menschen und ihre Bedürfnisse geachtet werden.“ Das gelte für die Pflegebedürftigen als auch für die Arbeitnehmer, sagte sie. „Wir merken in unserem Zentrum, dass die Mitarbeiter erschöpft sind. Das zeigt auch der hohe Krankenstand“, erläuterte sie und forderte mehr gut ausgebildetes Personal, das entsprechend seiner Arbeit angemessen entlohnt wird.

Mehr Lohn befürwortet auch Andrea Sigmund. Die 43-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung zur Pflegekraft im Diakoniewerk Neues Ufer in Rampe und sieht in den niedrigen Gehältern einen Grund für den Fachkräftemangel. „Wir arbeiten schwer und viel, dafür ist am Ende einfach zu wenig im Portemonnaie“, erklärte sie. Dennoch machte sie auch älteren Mitmenschen Mut, sich für eine Ausbildung oder Umschulung im Pflegebereich zu entscheiden. „Wenn man sich dazu berufen fühlt, schafft man das.“

Landessozialministerin Birgit Hesse (SPD) versprach, sich für eine Reduzierung des Schulgeldes für Pflegekräfte in freien Ausbildungseinrichtungen einzusetzen.

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