Abulante Pflege in MV : Pflegedienste verhindern Kontrollen

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Es sei ein Trend erkennbar, dass Pflegedienste die Kontaktaufnahme des MDK mit einzelnen Pflegebedürftigen verhindern wollen

svz.de von
31. August 2016, 12:00 Uhr

Ambulante Pflegedienste versuchen offenbar auch in MV, die gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) bei Patienten zu Hause zu umgehen. Es sei ein Trend erkennbar, dass Pflegedienste die Kontaktaufnahme des MDK mit einzelnen Pflegebedürftigen verhindern wollen, schreibt die Landesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag. Sie beruft sich dabei auf Angaben des MDK. Pflegedienste haben demnach für Versicherte, die in der Stichprobenziehung des MDK ermittelt wurden, Erklärungen vorgelegt, in denen die Zustimmung zur Inaugenscheinnahme verweigert wurde.

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Helmut Holter, sieht den Gesetzgeber in Berlin am Zug. „Nur aufgrund einer bestehenden gesetzlichen Lücke auf Bundesebene ist es auch in MV möglich, dass sich ambulante Pflegedienste den Kontrollen bei der häuslichen Pflege entziehen“, sagte er gestern. Es müsse eine Möglichkeit der Überprüfung geschaffen werden, auch wenn keine Einverständniserklärung des zu Pflegenden vorliege.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste im Land wies den Verdacht zurück, dass Pflegedienste sich Qualitätskontrollen entziehen wollten. Über angebliche Musterbriefe zur Verweigerung der Inaugenscheinnahme sei der Verband nicht informiert worden, sagte Sven Wolfgram, Leiter der Landesgeschäftsstelle.

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