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Mecklenburg-Vorpommern

21. September 2017 | 09:02 Uhr

Mängel in MV : Pflege als Pflegefall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wissenschaft sieht arge Mängel in MV / Ministerin will Beruf attraktiver machen

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 20:38 Uhr

Die teils bedenklichen Zustände in der Altenpflege sind nicht erst dank enthüllender TV-Sendungen in jüngerer Zeit ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Bundespolitische Reformen lassen auf sich warten. Mehrere Einrichtungen in MV wetteifern nun anlässlich des heutigen „Internationalen Tages der Pflege“ um realistische Bestandsaufnahmen.

Nach Angaben des Neubrandenburger Sozialwissenschaftlers Hans-Joachim Goetze ist Mecklenburg-Vorpommern nur unzureichend auf die alternde Gesellschaft vorbereitet. Vor allem für ländliche Regionen fehle es an Konzepten zur Betreuung alter, oft allein lebender Menschen. Der Bedarf an Pflege und Fürsorge könne aber schon aus Kostengründen nicht durch professionelle Anbieter allein gedeckt werden. Es sei auch mehr bürgerschaftliches Engagement nötig, etwa in Form von Vereinen oder Seniorengenossenschaften.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) will nun nicht nur die Pflegestützpunkte vor allem auf dem Land ausbauen, sondern Pflegeberufe attraktiver machen. Sie baut dabei auf die aktive Mitwirkung der Beschäftigten. Sie rief Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und -diensten auf, sich an einer noch bis zum Donnerstag laufenden Umfrage zu beteiligen. „Die Ergebnisse ergeben ein wichtiges Bild für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, versprach die Ministerin. Laut Hesse arbeiten rund 20 000 Menschen in MV in der Pflege. In der Kritik stehen niedrige Löhne und hohe Arbeitsbelastungen. Laut Sozialwissenschaftler Goetze liegt das Durchschnitts-Monats-Brutto bei 1700 Euro.

Bundesweit sollen heute Aktionen auf die Missstände aufmerksam machen, auch in Schwerin. Laut Verband der Pflegeunternehmen fehlen in MV massiv Pflegekräfte. Auf 100 Bedürftige kämen hier 31 Pfleger, in Bayern seien es 41. Das Verhältnis drohe sich ohne massiven Kräftezuwachs noch zu verschlechtern. Das Land müsse sich bis 2030 auf eine Zunahme der Pflegebedürftigen um 56 Prozent einstellen, so der Verband.

Unterdessen hat auch der Medizinische Dienst der Kassen eine Untersuchung gestartet.

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