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Debatte um Vollverpflegung : Petition gegen Essenspflicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eltern kritisieren Pauschalabrechnung von Kita-Essen

Es kommt Bewegung in die Debatte um Vollverpflegung in den Kitas: Eine Online-Petition soll Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) zum Handeln bewegen. Initiator ist Katja Wolter, Mutter und stellvertretende FDP-Landesvorsitzende. „Wir wollen die Elternrechte im Gesetz stärken und eine Essensabrechnung nach tatsächlichem Verbrauch erreichen“, erklärt die Greifswalderin. Wolter kritisiert, dass viele Träger sich für eine Pauschalabrechnung entschieden haben – ohne nach den Wünschen der Eltern zu fragen.

Dabei stehe im KiföG M-V, dass Elternräte in die Umsetzung der Vollverpflegung miteinbezogen werden sollen. Dabei fehle es an Sanktionen, falls ein Träger dem nicht nachkommt, bemängelt Katja Wolter. „Ziel der Petition ist es, dass das Sozialministerium eine Anweisung herausgibt. Diese soll anordnen, dass Eltern auf Wunsch eine Spitzabrechnung durchsetzen können“, sagt die Greifswalderin.

Dass Wolter mit ihrer Kritik landesweit einen Nerv getroffen hat, zeigt die rasch ansteigende Zahl der Unterstützer. Bis gestern Abend haben bereits über 680 für die Petition unterschrieben. Die Greifswalderin selbst hatte nicht mit so vielen gerechnet: „Ich habe bis zum Wochenende auf 500 Unterzeichner gehofft“, sagt sie. Dass es an Tag vier bereits deutlich mehr sind, freut sie. Die Unterschriftenliste soll planmäßig an das Sozialministerium übergeben werden.

Auch im Büro des Bürgerbeauftragten des Landes ist in den letzten Wochen viel Kritik aufgelaufen. Generell komme die Verköstigung aller Kita-Kinder mit Frühstück, Mittag und Vesper bei den Eltern gut an, berichtet Ina Latendorf, die Sprecherin der Behörde. Streitpunkt bleibe – so wie auch von Wolter und ihren Mitstreitern wahrgenommen – die Organisation: „Beschwerden beziehen sich komplett auf die Pauschalabrechnung“, so Latendorf. Durch die Pauschale muss bei einem Ganztagsplatz für drei Mahlzeiten am Tag gezahlt werden. Unabhängig davon, ob ein Kind erst nach dem Frühstück kommt oder vor der Vesper am Nachmittag abgeholt wird.

Im Sozialministerium reagiert man auf die Vorwürfe verhalten. „Wir haben den Trägern im Gesetz bewusst offen gelassen, ob sie die Pauschal- oder Spitzabrechnung wählen“, sagt Sprecher Christian Moeller. Denn die Spitzabrechnung, also die Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch, bedeutet für eine Einrichtung mehr Aufwand – den könne nicht jede Kita leisten, so Moeller. „Wir bemängeln jedoch, dass viele Träger die Eltern erst spät über die Pauschale informierten“, gibt der Sprecher zu. Eine Gesetzesänderung oder eine Handlungsweisung wie in der Petition gefordert, werde es nicht geben. Die Landes-SPD zeigt sich aber zum Dialog bereit. Für Mitte März lädt sie Erzieher und Elternvertreter zum Erfahrungsaustausch ein.

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