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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 00:20 Uhr

Vogelgrippe in MV : Pestzug kostet Millionen

vom
Aus der Onlineredaktion

Tierseuchenkasse zahlt erste Entschädigungen aus. Geflügelhalter haben Anspruch auf Schadensausgleich

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Die seit Monaten grassierende Vogelgrippe kommt MV teuer zu stehen: Nach bisherigem Stand können Tierhalter für den Verlust ihrer nach dem Pestausbruch getöteten Tiere mit Entschädigungen der Tierseuchenkasse von schätzungsweise 1,3 Millionen Euro rechnen. Inzwischen seien die ersten sieben Entschädigungzahlungen an vornehmlich kleinere Tierhalter ausgezahlt worden, erklärte Monika Walter, Geschäftsführerin der Tierseuchenkasse (TSK) in Neubrandenburg. Ausgleichszahlungen für die großen Pestfälle in zwei Betrieben in Schwanheide und Tribsees stehen indes noch aus. In Schwanheide waren erst Ende Januar 106 000 Legehennen getötet worden. Wenige Tage zuvor waren in Tribsees in einem betroffenen Putenbestand etwa 40 000 Tiere vorsorglich getötet worden, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Seit dem ersten Pestausbruch im November vergangenen Jahres sind in Wildtier- und Haustierbeständen in MV in 16 Fällen die gefährliche Vogelgrippe festgestellt worden – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Angesichts der hohen Verlustzahlen in MV sorgen sich Geflügelhalter indes darum, der Ausgleichsetat der Tierseuchenkasse reiche nicht für alle Entschädigungsfälle. TSK-Chefin Walter wies entsprechende Befürchtungen zurück: „Kein Tierhalter muss sich um die Entschädigung seiner Tiere im Seuchenfall sorgen“, solange die Melde- und Beitragspflicht für die gehaltenen Tiere erfüllt, Nachmeldungen von Tierzugängen fristgerecht erfolgt und nicht schuldhaft gegen tierseuchenrechtliche Verschriften verstoßen worden sei. Bei Einhaltung der Vorgaben habe jeder Tierhalter einen Anspruch auf Entschädigung, so Walter. Über die Höhe der Entschädigung werde von den Amtstierärzten u. a. entsprechend des Alters, Gewichts oder der Schlachtpreise entschieden. Dafür würden festgelegte Schätzungsgrundsätze angewendet.

Die Tierseuchenkasse, bei der etwa 14 Millionen Tiere einschließlich Bienen- und Hummelvölker registriert sind, hat vorgesorgt: Tierhalter haben in den vergangenen Jahren Beiträge in Millionenhöhe eingezahlt. So müssen Geflügelhalter in diesem Jahr für je ein Masthähnchen oder eine Legehenne 0,0175 Euro einzahlen. Für Legehennen älter als 18 Wochen und sonstige Hühner wurden 0,0275 Euro je Tier fällig, für Enten, Gänse und Truthühner 0,04 Euro je Tier. Erst 2016 war vom Verwaltungsrat eine Halbierung der Beiträge beschlossen worden, da der Rücklagenfonds die vorgeschriebene Höhe erreicht hatte. Inzwischen stehe für Entschädigungsleistungen ein Rücklagenfonds von 17 Millionen Euro zur Verfügung, erklärte Walter. Sollte der Etat durch den Nachweis weiterer Geflügelpestfälle für die im Tiergesundheitsgesetz vorgeschriebenen Ausgleichszahlungen nicht ausreichen, müsste die Kasse durch die Aufnahme von Krediten die Entschädigungen sichern, erklärte Walter: „Aus heutiger Sicht ist für 2017 keine Beiragserhöhung oder Beitragsnacherhebung für Geflügelhalter vorgesehen.“

 

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