Arbeitskräftemangel : Personalnot: Jeder vierte Arbeiter geht

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Personalnot in MV scheint unausweichlich, weil jeder vierte Arbeiter in Ruhestand geht.

Höhere Löhne in MV in Aussicht - DGB rechnet mit Comeback des Tarifvertrages

svz.de von
18. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Arbeitskräftemangel  in Büros und Werkstätten: Mecklenburg-Vorpommern wird in nur  15 Jahren noch einmal ein Viertel der derzeit etwa eine Million Einwohner im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren verlieren. Das geht aus dem neuen Demografiebericht der Landesregierung hervor, der im Anhörungsverfahren derzeit von Verbänden, Gewerkschaften, Vereinen, Kammern und Kommunen diskutiert wird. Bis 2030 wird sich die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung  um weitere 263 000 auf  835 000 reduzieren –  mehr noch als der Landkreis Ludwigslust-Parchim Einwohner zählt. „Das lässt keinen Stein auf dem anderen“, warnt der stellvertretende DGB Nord-Chef Ingo Schlüter und mahnt von den Unternehmern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an, um Mitarbeiter im Land zu halten. Nach der Landflucht in der 90er-Jahren und dem allmählichen Abschied der Babyboomer-Generation von der Arbeitswelt werde es  in jeder Region, in jeder Branche  zu einer „massiven Verknappung von Fachkräften kommen“.

Schlüter: „Die Zeit des gefühlten Fachkräftemangels geht zu Ende.“ Arbeiter und Angestellte können indes mit höheren Löhnen rechnen:   „Die Fachkräftenot wird zu einem „Comeback des Tarifvertrages führen“, erwartet Schlüter: „Die Zeit der Tarifflucht geht zu Ende.“ Unternehmen, die künftig nicht nach Tarif zahlten, dürfte es noch schwerer fallen, Fachkräfte zu gewinnen, meinte der DGB-Vize. Dem DGB zufolge gelten in Mecklenburg-Vorpommern für weniger als jedes vierte Unternehmen und jeden zweiten Beschäftigten gemeinsame Gehaltsregeln der Sozialpartner. Im Westen liegt der Anteil bei 34 Prozent der Firmen.

Die ersten Betriebe reagieren: Jedes dritte Unternehmen will dem Fachkräftemangel mit einer „Steigerung der Arbeitgeberattraktivität“ begegnen und dazu u. a. die Löhne erhöhen, ergab die Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwerin.  Im Handwerk haben bereits 13,4 Prozent der Betriebe in Westmecklenburg in den letzten Monaten das Lehrlingsgeld erhöht,  um junge Leute für sich zu gewinnen.

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