Personalnot diktiert neuen Tarifabschluss

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02. November 2010, 08:57 Uhr

Schwerin | Für die Zukunft des Gastgewerbes in MV dürfte ein Satz entscheidend sein: "Beide Seiten haben den Willen geäußert, nach Maßgabe der wirtschaftlichen Entwicklung im Gastgewerbe, den Anschluss an die Tarife vergleichbarer Bundesländer herzustellen", heißt es in der gestern veröffentlichten gemeinsamen Erklärung vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) MV und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Tarifabschluss. Wie berichtet leidet das Gastgewerbe seit Längerem unter Abwanderungstendenzen und Personalnot, wobei ein Grund die Unterschiede zwischen den Löhnen und Gehältern sind. Vereinbart wurde auch, dass drei Monate vor Ablauf der Gültigkeit des Tarifvertrages eine paritätische Arbeitsgruppe gegründet werden soll, um die neuen Tarifverhandlungen vorzubereiten, informierten Dehoga-Geschäftsführer Uwe Barsewitz und NGG-Regionalchef Gunther Kenk. "Das wird uns vorwärts helfen, da wir dann keine Zeit mehr verlieren", sagte Kenk. Eigentlich hatte die Gewerkschaft einen Stufenplan zur Angleichung der Löhne angestrebt. Dennoch sei man auch mit der jetzigen Lösung zufrieden, sagte Kenk.

Zusätzlich zur Anhebung um fünf Prozent haben die Tarifparteien die unterste Entgelttarifgruppe gestrichen. Der neue tarifliche Einstiegslohn beträgt damit 1071 Euro monatlich. Das entspräche einer Steigerung in der untersten Tarifgruppe um rund 15 Prozent und sei der höchste Abschluss, der in diesem Jahr im Gastgewerbe im Vergleich aller Bundesländer erzielt werden konnte, betonten Dehoga und NGG.

Am deutlichsten steigen die Ausbildungsvergütungen. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten die Auszubildenden nun 420 Euro monatlich. Das bedeute eine Steigerung um einhundert Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr betragen die monatlichen Vergütungen 470 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 520 Euro. Damit steigen die Ausbildungsvergütungen um bis zu 31 Prozent. Die Laufzeit des neuen Entgelttarifvertrages beträgt zwölf Monate.

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