Per Rad über rote Punkte

Am Knotenpunkt 41 in Abbendorf erläutert Gerald Neu von der Amtsverwaltung Bad Wilsnack/Weisen den Teilnehmern die Wegweisung und die dazugehörigen Karten. Foto: Birgit Hamann
Am Knotenpunkt 41 in Abbendorf erläutert Gerald Neu von der Amtsverwaltung Bad Wilsnack/Weisen den Teilnehmern die Wegweisung und die dazugehörigen Karten. Foto: Birgit Hamann

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23. Mai 2012, 09:35 Uhr

Bad Wilsnack | Weithin sichtbar leuchten sie rot-weiß auf Radwegweisern in der Elbtalaue: Die neuen Knotenpunkte, die vorhandene Routen so miteinander vernetzen, dass zahlreiche beschilderte Rundtouren entstanden sind. Am Knotenpunkt 40, auf dem Bad Wilsnacker Marktplatz, trafen sich vor kurzem rund 25 Pedalritter. Es ging auf Schnuppertour - eine von insgesamt fünf, die derzeit unter Schirmherrschaft des Tourismusverbandes Prignitz laufen. Mit von der Partie: Radler des Bad Wilsnacker Vereins "Krumme Speiche", Vertreter von Nabu und Biosphäre aus Rühstädt, von touristischen Anbietern, von der Amtsverwaltung sowie Interessierte aus Wilsnack und Umgebung.

Der Tourismusverband Prignitz möchte mit diesen Einführungen eben jenem System in kleinen Schritten das Laufen beibringen und zugleich auch "Kinderkrankheiten" beseitigen. Vier Pedalausflüge sind inzwischen absolviert. Am Pfingstsonnabend steht die Tour durch die Lenzerwische an.

"Treffpunkt Adebar" heißt der Rundkurs über Bad Wilsnack und Rühstädt. Bei schönem Wetter, allerdings starkem Wind, nahm die Gruppe von der Kurstadt aus Kurs auf Adebar, der den Radlern jedoch erst später - in Rühstädt - begegnete. Durch weite Felder ging es zum Knotenpunkt 41 in Abbendorf an den Havelvorfluter, dann weiter zum Knotenpunkt 42 am Gnevsdorfer Wehr, wo die Havel in die Elbe mündet, und von Gnevsdorf auf dem Deich bis zum Abzweig nach Rühstädt sowie zum Knotenpunkt 43 im Europäischen Storchendorf.

Unterwegs: Stopps an jedem Wegweiser. Die Radler nahmen die Beschilderung jeweils sehr kritisch unter die Lupe, unterbreiteten Verbesserungsvorschläge, die es Ortsfremden erleichtern sollen, sich zurechtzufinden.

Um den Weißstorch auf der nach ihm benannten Route für Radler besser in Szene zu setzen, könne man den Weg in Abbendorf auch über Haverland führen, schlug Biologin Kathleen Awe vom Nabu vor. Dort sei ein Storchenhorst zu beobachten, ebenso in Bad Wilsnack, allerdings erst dann, wenn Ende dieses Monats die Karthanebrücke wieder für den Verkehr geöffnet sei und man dort mit dem Rad direkt vorbeifahren könne.

Was sich auf der rund 27 Kilometer langen Tour zeigte: Das System ist leicht zu überschauen, die Orientierung auch für nicht so geübte Tourenradler gewährleistet. Hier und da müssen kleine Hinweise ergänzt werden. Nachteil der Schnuppertouren: Es fuhren bzw. fahren Radler mit, die sich gut in der Region auskennen - notfalls auch ohne Wegweiser. Die touristische Nagelprobe steht also noch aus. Ungeachtet dessen gehören "Treffpunkt Adebar" und die Lenzerwische-Tour bereits zu den so genannten Premiumtouren, die in Kooperation mit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), bundesweit beworben werden. Ein erstes umfassendes Fazit mit Rückmeldungen wird man frühestens nach dem Saisonende 2012 ziehen können.

Rund um Dahses Gasthaus in Glövzin gibt es übrigens bereits eine buchbare dreitägige Pauschale - mit Leihfahrrädern und kompetenter Beratung. Weitere, so wünschen es sich die Touristiker aus der Prignitz, sollen folgen.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für Teil 2 der Ausschilderung im östlichen Teil des Reisegebietes Prignitz. Die Lokale Aktionsgruppe "Storchenland Prignitz" (LAG) ist gerade dabei, den Fördermittelantrag zu ergänzen, wie LAG-Leiterin Heike Zellmer gestern informierte. Noch im Mai sollen die Unterlagen beim Landesamt für ländliche Entwicklung und Flurneuordnung in Neuruppin eingereicht werden. "Wir rechnen im Juni mit der Bewilligung der Mittel. Da es sich um eine Kooperation der Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin handelt, haben wir sogar gute Aussichten, einen Fördersatz von 85 Prozent zu bekommen", so Zellmer.

Im ersten Abschnitt des Projektes, der offiziell am 31. März beendet worden ist, wurden 52 Knotenpunkte gesetzt.

Die Schnuppertour auf der Route "Treffpunkt Adebar" führte die Gruppe durch die Karthane-Niederung zum Knotenpunkt 44 in Groß Lüben und zurück zum Ziel Knotenpunkt 48 Bahnhof Bad Wilsnack. Für Einheimische: Ein Rundkurs, den sicher viele kennen, den man aber immer wieder gern fährt. Für Touristen: Ein ganz wundervolles Stück Natur, das man mit dem Rad, aber auch zu Fuß erkunden kann.

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