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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 22:34 Uhr

Peezer bangen um ihre Häuser

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2011 | 06:39 Uhr

Rostock/Peez | Bagger stehen vor der Tür, Bäume werden gefällt und Bauleute vermessen das Gebiet. Dass die Bewohner aus Peez ihr kleines Idyll irgendwann verlassen müssen, um der Hafenerweiterung zu weichen, damit können sie sich nicht abfinden. "Mutlos stimmt uns, dass wir nicht wissen, wann es uns trifft", sagt Anwohnerin Helga Weidt.

Von der Hafenentwicklungsgesellschaft (Hero) und dem Ortsbeirat Gehlsdorf/Nordost bekommen die Peezer keine Antwort. "Wir müssen warten, bis die Ergebnisse des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes auf dem Tisch liegen", sagt Hero-Sprecher Christian Hardt. Bevor es nicht beschlossen ist, werde der Hafen auch nicht bauen. "Die jetzigen Baggerarbeiten haben nichts mit einer Hafenerweiterung zu tun", unterstreicht er. An der Peezerbachmündung laufen ausschließlich Ausgleicharbeiten zum Pier III. Neben einem Steinfeld wird der Wasserlauf des Peezer Bachs vom Nord- zum Südarm geändert und ein Brackwasserrücklauf geschaffen. Nördlich und südlich des Flusslaufes entsteht zudem jeweils eine 100 Meter breite Schutzzone.

Aus dem Raumentwicklungsplan geht hervor, dass eine Überbauung der Siedlung unvermeidlich sei, da die Fläche einen direkten Zugang zum seeschifftiefen Wasser hat. "Wir können also davon ausgehen, dass Peez verloren ist", sagt Ortsbeiratsvorsitzender Kurt Massenthe (Für Rostock). Er geht davon aus, dass den Bewohner noch zwischen fünf und zehn Jahren bleiben, bis sich maritime Wirtschaftsunternehmen auf dem Gebiet ansiedeln. Bis dahin bleibe den Peezern nichts anderes übrig, als sich nach einer neuen Bleibe umzusehen, so Massenthe.

Fünf Familien leben in den sanierten Altbauhäusern, umgeben von Naturschutzgebieten. "Wir sind vor 14 Jahren wegen der Umgebung und mit der Gewissheit hergezogen, dass keine neuen Häuser gebaut werden", sagt Anwohner Thomas Bellgardt. Die Lust, Geld für Renovierungsarbeiten in sein Haus zu stecken, hat er längst verloren: "Was bringt es noch, wenn wir sowieso bald weg müssen".

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