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Ära P+S geht zu Ende : Peene-Werft: Letzter Schiffsneubau übergeben

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Mit einem hochmodernen Schiffsneubau für die schwedische Küstenwache geht auf der Peene-Werft die Ära P+S zu Ende. Am 1. Mai übernimmt die Bremer Lürssen-Gruppe den Betrieb. Bei den Beschäftigten herrscht Unsicherheit.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 06:13 Uhr

Auf der Wolgaster Peene-Werft ist am Freitag der letzte Schiffsneubau unter der Flagge der P+S-Werften übergeben worden. Es handelt sich dabei um ein 52 Meter langes Schiff für die schwedische Küstenwache. Der 90 Millionen Euro schwere Auftrag über den Bau von vier baugleichen Schiffen, die zur Grenzsicherung, Schiffskontrolle und dem Fischereischutz eingesetzt werden sollen, war bereits 2008 von den Schweden an die Peene-Werft vergeben worden.

Nach der Insolvenz der P+S-Werften in Wolgast und Stralsund im August 2012 musste der Bau zweier noch nicht fertiggestellter Schiffe neu verhandelt werden. Das dritte Schiff wurde Ende Februar übergeben.

Die vier Küstenwachschiffe verfügten über eine hervorragende technische Ausrüstung, sagte Commodore Åke Dagnevik von der Swedish Coast Guard. In die beiden letzten Bauten seien technische Neuerungen eingeflossen, deshalb würden die beiden ersten Schiffe auf der Peene-Werft nachgerüstet.

Zum 1. Mai geht der Schiffbaubetrieb am Peenestrom an die Bremer Lürssen-Gruppe, die Betriebstätten sollen laut Insolvenzverwaltung am 2. Mai an die Peene-Werft GmbH & Co KG - einer Lürssen-Tochter - übergeben werden.

Die verbliebenen 304 Mitarbeiter wechseln nach Angaben des Betriebsrates allerdings zunächst in eine Transfergesellschaft. Der Betrieb werde auf null gefahren. Damit werde den Vorgaben des Abwicklungsplanes entsprochen, sagte Betriebsratsvorsitzender Carsten Frick. Vertragsangebote von Lürssen habe es bislang nicht gegeben. Er gehe aber davon aus, dass Lürssen nach dem 1. Mai die Werft langsam hochfahren werde, sagte Frick. Lürssen hat sich zu seinen Plänen in Wolgast trotz Anfrage bislang nicht geäußert.

Die Bremer Schiffbauer hatten die P+S-Werft in Wolgast - ehemals größte Militärwerft in der DDR - im Dezember 2012 für 17 Millionen Euro gekauft. Lürssen hatte zugesichert, 285 Mitarbeiter in Festanstellung und 75 befristet für 24 Monate weiterzubeschäftigen.

Zudem will Lürssen 62 Auszubildende übernehmen.

Seit Jahren arbeiten die auf den Marineschiffbau spezialisierten Werften in Wolgast und Bremen zusammen. So soll Wolgast Medienberichten zufolge von einem Auftrag für Lürssen aus Saudi-Arabien über den Bau von 70 Patrouillenbooten profitieren. Der Auftrag ist bei SPD, Linken und Grünen umstritten.

Das vierte Küstenwachschiff bleibt nach der Übergabe nach Angaben der Werft noch für einige Wochen in Wolgast. Die Besatzungen würden zunächst Schulungen absolvieren. Im Juni wird das Schiff voraussichtlich seinen künftigen Heimathafen Helsingborg Südschweden ansteuern.

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