Erste Waffentransporte rollen durch MV : "Patriot"-Raketen für Türkei-Einsatz unterwegs

„Patriots“ auf dem Weg zum Einsatz. dpa
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„Patriots“ auf dem Weg zum Einsatz. dpa

Die Bundeswehr verlegt „Patriot“-Abwehrraketen in die Türkei. Fünf Kolonnen mit jeweils 20 Fahrzeugen fuhren gestern von Sanitz und Warbelow nach Lübeck-Travemünde. Die Waffentechnik wird morgen auf ein Schiff verladen.

svz.de von
06. Januar 2013, 09:56 Uhr

Sanitz/Travemünde | Die Bundeswehr hat am gestrigen Sonntag mit der Verlegung von "Patriot"-Abwehrraketen in die Türkei begonnen. Eine erste Kolonne mit gut 20 Fahrzeugen habe am Morgen das Kasernengelände bei Sanitz östlich von der Hansestadt Rostock verlassen und sei in Richtung Lübeck-Travemünde unterwegs, sagte ein Sprecher des Flugabwehrraketengeschwaders 2 der Nachrichtenagentur dpa. Eine weitere Kolonne mit einer Feuereinheit machte sich von Warbelow im Landkreis Rostock aus auf den Weg zum Hafen.

Die "Patriot"-Raketen werden am morgigen Dienstag nach Angaben der Bundeswehr auf ein Schiff der dänischen Reederei DFDS verladen. Die "Suecia Seaways" wird nach Angaben der Bundeswehr voraussichtlich am 21. Januar den türkischen Hafen Iskenderun erreichen und insgesamt 300 Militärfahrzeuge und 130 Container an Bord haben. Die Einheit mit rund 170 Soldaten des Geschwaders soll Anfang Februar in der Türkei einsatzbereit sein.

Zum deutschen Kontingent gehören insgesamt bis zu 350 Soldaten, darunter auch 20 aus Husum in Schleswig-Holstein. Es wird von Oberst Marcus Ellermann, dem Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1 "Schleswig-Holstein", geleitet. Es soll gemeinsam mit Raketenabwehrspezialisten aus den USA und den Niederlanden den Nato-Partner Türkei vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien schützen.

Ein etwa 20 Mann starkes Vorauskommando soll morgen von Eindhoven zusammen mit niederländischen Kameraden nach Incirlik in der Türkei fliegen, wie ein Sprecher der Luftwaffe gestern sagte.

Das linksgerichtete Rostocker Friedensbündnis kritisierte die Entsendung der Abwehrraketen. "Der nächste Krieg wird vorbereitet", hieß es am Sonntag in einem offenen Brief.

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