Universität Rostock hilft Erfindern bei der Anmeldung : Patenthilfe für Neues in der Medizin

„Nicht nur eine Person oder ein Unternehmen soll den Zugriff auf solche Verfahren haben...“ - Sabine Garrels, Patentanwältin
„Nicht nur eine Person oder ein Unternehmen soll den Zugriff auf solche Verfahren haben...“ - Sabine Garrels, Patentanwältin

Labor oder Computer, Ideen, Projekte, Fördermittel - diese Stichworte gehören zur Forschung an den Universitäten, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern.

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27. Mai 2013, 09:45 Uhr

Rostock | Labor oder Computer, Ideen, Projekte, Fördermittel - diese Stichworte gehören zur Forschung an den Universitäten, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Oft jahrelang forschen Wissenschaftler an ihren Themen. Doch für manche kommt der Zeitpunkt, zu dem sie an die Öffentlichkeit gehen, aus ihrer Entwicklung ein Produkt oder eine Dienstleistung machen wollen. Die Frage ist dann, ob die Idee wirklich vollkommen neu ist oder ob sich vielleicht ein anderer bereits Rechte daran gesichert hat. Ein Fall für die Patentanmeldung - und ein längerer, kostenintensiver Prozess. Unterstützung bekommen die Wissenschaftler vom Verwertungsverbund MV (VVB), in dem zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen des Landes zusammengeschlossen sind. Auf einer Veranstaltung an der Uni Rostock, wo der VVB angesiedelt ist, wurden jetzt die Grundlagen für die Sicherung von Patenten und ihre kommerzielle Nutzung speziell in der Medizin erläutert. Denn dieses Gebiet ist seit 15 Jahren Spitzenreiter bei den Patentanmeldungen in Europa.

Das Patentrecht legt genau fest, welche Erfindungen und Entwicklungen überhaupt schutzfähig sind. Mehrstufige Recherchen sind nötig, um abzusichern, dass die eigene Entwicklung dazugehört - auf nationaler oder internationaler Ebene. Dabei werden die Wissenschaftler vom Patent- und Normenzentrum unterstützt. Eine Besonderheit auf medizinischem Gebiet ist, dass therapeutische und diagnostische Verfahren nicht geschützt werden können.

"Nicht nur eine Person oder ein Unternehmen soll den Zugriff auf solche Verfahren haben, sondern sie müssen allen Menschen zugänglich sein", erläutert Sabine Garrels, Patentanwältin in Rostock. Sie ist unter anderem auf Medizintechnik spezialisiert. "Die Geräte für solche Verfahren hingegen, also zum Beispiel Prothesen, Implantate oder ein Dialyseapparat, sind schutzfähig."

Oft ist die kommerzielle Nutzung einer Erfindung am besten durch die Gründung einer eigenen Firma zu erreichen. Dafür bietet das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der Uni Rostock Unterstützung an. Für die erste Zeit nach der Gründung gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten.

"Ein Patent ist noch gleich keine Geschäftsidee - man muss auch klären, ob es einen Markt für das Produkt gibt, und die kaufmännische Seite bedenken", weiß Kathrin Krüger-Borgwardt vom ZfE. "Wir helfen den Gründern auch, einen Businessplan aufzustellen."

Enrico Mick ist noch kein Erfinder, sondern wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Biomechanik an der Uni Rostock. "Vielleicht werden diese Themen auch einmal für mich wichtig", meint er. "Ich habe hier viel Neues gehört - das muss ich erstmal sortieren, denn es ist ja sehr komplex."

Auch Dr. Ulrike Ruch vom Translationszentrum für Stammzelltherapie wollte sich Knowhow aneignen, zum Beispiel wann man wen ansprechen muss, um ein Patent anzumelden. "Auch für uns kann es wichtig sein, unsere Forschungen zu verwerten. Ich habe hier einiges gehört, wovon ich bisher nichts wusste."

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