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Hansestadt Rostock : Parteischule wird zum riesigen Archiv

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Das ehemalige Lektionsgebäude der Bezirksparteischule in der Möllner Straße wird derzeit zu einem Archiv für mehrere Dienststellen des Landes umgebaut.

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erstellt am 14.Nov.2011 | 12:17 Uhr

Das ehemalige Lektionsgebäude der Bezirksparteischule in der Möllner Straße wird derzeit zu einem Archiv für mehrere Dienststellen des Landes umgebaut. Hauptnutzer ist das Finanzamt Rostock. „Wir investieren hier vier Millionen Euro und schaffen nach dem Umbau über 19 600 laufende Regalmeter“, sagt Uwe Sander, Chef des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL).
Künftig werden hier in speziellen Rollregalen Akten von der Staatsanwaltschaft, aus dem Amtsgericht sowie dem Grundbuch- und dem Finanzamt gelagert. Letzteres erhält noch ein Vordrucklager und dafür auch entsprechende Büroräume, für die Fensteröffnungen in das Klinkermaterial geschnitten werden. Das Gebäude hat vier Vollgeschosse und eine Dachetage. Der Grundriss gleicht mit seiner Länge von knapp 36 Metern und einer Breite von 37 Metern einem Sechseck.
Drei Fenster werden in die Klinkerfassade geschnitten
Der Entwurf des Rostocker Architekturbüros Bastmann und Zavracky erhält die Form des Bestandsgebäudes. Bis auf kleinere Anbauten im Bereich der Fassade bleibt die ehemalige Struktur unangetastet. Dazu gehört ebenfalls, dass die konsequent geschlossenen Klinkerflächen ein wichtiges Grundelement bleiben. Eine Idee der Architekten ist es, ein lebendiges Spiel zwischen den gleichen Formaten herzustellen, die in ihrer Farbigkeit und Tiefe in der Fassade variieren. Das ist in den Augen der Planer eine angemessene Übersetzung der ehemals völlig transparenten Fassade für die neue Nutzung des Gebäudes als Archiv.
Projektzuständiger ist Dezernent Holger Richter vom BBL. „Wir haben lange nicht gewusst, was wir mit diesem Seminargebäude machen können“, sagt Richter. Erst als die Archivnot in Rostock größer wurde, fiel die Entscheidung zum Umbau für diesen Zweck. „Ein Neubau hätte sicher noch etwa 1,5 Millionen Euro mehr gekostet“, sagt Sander. Der große Vorteil liegt auch in der Zentralisation der Akten und dem Wegfall von Wegen.
Besonders erfreut über die Baumaßnahme ist Dr. Ait Stapelfeld, Chef des Finanzamtes, an das das neue Gebäude grenzt und zu dem ein Übergang geschaffen wird. In der Gebäudeseite Möllner Straße werden drei große Fenster gebaut, hinter denen Büros für die Vordrucklager des Finanzamtes entstehen. „Für uns ist das ein Glücksfall“, sagt Stapelfeld. Bisher mussten einige Dinge im Keller des angrenzenden Wirtschaftsgebäudes gelagert werden. „Das war kein Dauerzustand“, sagt er. Wenn die Akten umgezogen sind, steht das Gebäude erst einmal leer. „Was damit passiert, ist noch offen“, sagt Sander. Es ist noch fraglich, ob es rückgebaut oder später anders genutzt wird.
Ein Wermutstropfen ist es für alle Beteiligten, dass der große Hörsaal nicht in seiner Nutzung erhalten bleiben kann, aber das war schon deshalb nicht drin, weil der entsprechende Bedarf gefehlt hat. Jetzt bleibt die Stahlkonstruktion und der große Saal wird in das zweite und dritte Vollgeschoss geteilt.
Das Lektionsgebäude durfte wegen der schwach gebundenen Asbestprodukte nur in Teilbereichen genutzt werden. „Die Asbestprodukte sind vorschriftsmäßig von einer Schadstofffirma entsorgt worden“, sagt Sander. 85 Prozent der an diesem Bauvorhaben beteiligten Firmen stammen aus der Region. „Wir versuchen das bei Ausschreibungen immer so zu entscheiden, lediglich bei Spezialaufträgen geht es manchmal nicht“, sagt der BBL-Chef Sander. Die Fertigstellung des Lektionsgebäude ist für den September 2012 vorgesehen.


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